Unabhängige nach Kammerwahl vor Rauswurf aus VP-Bauernbund

Auf Anhieb erreichte der Unabhängige Bauernverband bei der Kammerwahl 15,6 Prozent. Wer ihn unterstützt hat, muss jetzt mit Konsequenzen vom Bauernbund rechen.

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Im Unterland bröckelt der Zusammenhalt. Geisler, Vizepräsidentin Helga Brunschmid und Hechenberger (v. l.) wollen jetzt darauf reagieren.
© DieFotografen/Bauernbund

Von Peter Nindler

Innsbruck – Die Bezirksergebnisse haben nichts mehr am Ausgang der Landwirtschaftskammerwahl geändert. Die FPÖ flog mit 4,2 Prozent (-3 Prozent) aus der Vollversammlung, die Grünen behielten mit sechs Prozent (-3 Prozent) dort ihren einzigen Sitz und der ÖVP-Bauernbund erreichte 21 von 24 Mandaten. Er büßte allerdings 9,4 Prozentpunkte ein und kommt dieses Mal auf 74,2 Prozent. Großer Gewinner war der erstmals angetretene Unabhängige Bauernverband, der sich aus der Initiative gegen den Hochwasserschutz im Unterinntal gebildet hat. Er kann sich über 15,6 Prozent und zwei Kammersitze freuen. Und nicht nur das.

Die Unabhängigen traten nur in den Bezirken Schwaz, der Heimatregion von Spitzenkandidat Alfred Enthofer, sowie Kufstein an. Dort entfielen auf sie sogar 35,8 bzw. 27 Prozent. Eine kräftige politische Watsch’n für den Bauernbund. Der beriet gestern Abend in einer Vorstandssitzung die weitere Vorgangsweise bzw. das künftige Verhältnis zum Unabhängigen Bauernverband.

Ich wurde für sechs Jahre gewählt, alle anderen Fragen stellen sich derzeit nicht.
Josef Hechenberger (Bauernkammerpräsident)

Die Stimmung ist angespannt, schließlich ist Bauernbundobmann und Agrarreferent LHStv. Josef Geisler für den Hochwasserschutz und die Projekte im Unterland verantwortlich. Neben einer inhaltlichen Frage dürften Konsequenzen für die Unterstützer der Liste Enthofer debattiert werden. „Bauernbundmitglieder, die für ihn kandidiert haben, werden entweder ausgeschlossen oder ihre Mitgliedschaft ruhend gestellt“, macht Geisler klar. Das sei in den Statuten so vorgesehen und habe nichts mit einer Zuspitzung zu tun, fügt Geisler hinzu.

Nicht zur Tagesordnung übergehen möchte auch Kammerpräsident NR Josef Hechenberger. „Für uns gibt es eine große Herausforderung: Der Protest trifft uns, dem müssen wir uns beim Hochwasserschutz stellen und wahrscheinlich mehr mit der Basis diskutieren.“ Langfristiges Ziel muss es laut Hechenberger jedoch sein, die zum Unabhängigen Bauernverband abgewanderten ehemaligen Bauernbund-Wähler wieder zurückzugewinnen.

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Über seine eigene Zukunft will der alte und neue Bauernkammerpräsident nicht spekulieren. Wird er die gesamte Periode von sechs Jahren in der Innsbrucker Brixner Straße bleiben? „Ich wurde für sechs Jahre gewählt, alle anderen Fragen stellen sich derzeit nicht“, so Hechenberger.


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