Nonna Elianas magische Pasta verzaubert ganz Tirol

Von echten Italienern und richtiger Pasta: Wie die Rezepte einer italienischen Nonna Menschen in Tirol glücklich machen.

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Es liegt in der Familie: Marco (mit Sohn Leonardo, l. u.), Schwager Patrick und „mamma“ Aurelia. Unten rechts: Nudelmatrizen und getrocknete Pasta.
© De Moor, Koppitsch

Von Michaela S. Paulmichl

Seefeld – Temperament, Sinn fürs Gute und Lebensfreude: Wenn das typische italienische Eigenschaften sind, dann ist Aurelia Romano wohl eine typische Italienerin. Obwohl sie in Linz geboren ist, wo’s sprichwörtlich beginnt, wie sie gern sagt. Aber eigentlich hat alles in Bozen angefangen, wo ihr Vater eine Pizzeria eröffnet hat, als sie 17 Jahre alt war.

Später ging’s für sie „auf Saison“ ins Grödental, dort lernte sie einen italienischen Pizzaiolo kennen, den sie heiratete, und bekam vier Kinder. Einer ihrer Söhne ist Marco, der in Restaurants und Bars in Venedig, Salzburg und Graz gearbeitet hat, bevor er nach Tirol kam. In Seefeld führt er mit einem Partner ein Restaurant, das man wohl einen richtigen italienischen Familienbetrieb nennen kann, denn dort arbeiten auch seine Schwester Nabila, sein Schwager Patrick aus Ceggia in der Nähe von Venedig und seine Freundin Giulia, die aus Soave kommt. Und natürlich hilft auch „mamma“ Aurelia mit, die nach ihrer Zeit in Südtirol 30 Jahre in Jesolo gelebt und gearbeitet hat. Sie fertigt die Nudeln an, die sie auch in einem kleinen Laden verkauft oder über Online-Bestellung verschickt.

Heute zeigt sie, wie eine „echte österreichische Patriotin, die die italienische Mentalität angenommen hat“, „echte“ italienische Pasta alla Nonna Eliana zubereitet. Denn von ihr stammen die Rezepte: Marcos 86-jährige Großmutter hat in der kleinen Stadt Maniago im Friaul mit ihrem Mann Osvaldo eine Trattoria geführt und dort nicht nur ihre Gäste verwöhnt, sondern ihrer Schwiegertochter und dem Enkelsohn, der so viel Zeit in ihrer Küche verbrachte, auch das Kochen beigebracht. Die kleine Pastamanufaktur „Nonna Eliana“ in Seefeld wurde ihr zu Ehren gegründet.

„Wir haben ihr immer zugeschaut. Sie hat alles mit der Hand gemacht, aber da wird man ja verrückt – bei dieser Menge, die wir brauchen“, meint Aurelia pragmatisch, mischt Eier, etwas Wasser und Mehl und füllt alles in die große Pasta-Maschine, die je nach Einsatz Maccheroni, Tagliatelle, Fusilli, Linguine, Paccheri, Bigoli, Casarecce, Spaghetti oder Trottole ausspuckt. „Wir verwenden nur drei Zutaten, keine Farbstoffe und auch keine Stärke. Deshalb sind sie auch so gut! Man schmeckt sozusagen, dass nichts drin ist.“

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Ein paar Geheimnisse – oder, wie es heißt, „Magie“ – gibt es auch, wie die richtige Mischung, die je nach Temperatur anders ausfallen muss, verrät Marco. „Je kälter es ist, umso trockener soll der Teig sein. Man braucht das richtige Gefühl dafür.“ Die gefüllte Pasta mit schwarzen Trüffeln, karamellisierten Zwiebeln, Ziegen-Ricotta und Zitrone oder Hummer und die vielen ausgefallenen Sugo-Sorten macht Schwiegersohn Patrick, die Zutaten wie Basilikum, Pinienkerne oder Radicchio, der weniger bitter ist, besorgt Marco in Italien direkt beim Produzenten.

Jetzt schaut Peter – ein Stammgast, der ein guter Freund geworden ist – bei der Tür des Ladens herein. „Gibt es heute was zu essen?“ Die Antwort – „frische Lasagne“ – scheint ihm zu gefallen. Während des Lockdowns bietet die Familie wochentags auch Mittagessen als Take-away an. Manche Kunden reisen extra mit dem Zug an, um Pasta oder Sugo abzuholen. Das spornt auch Aurelia an: „Ich liebe diese Arbeit, weil ich etwas produziere, das den Leuten Freude bereitet.“


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