„Bild“-Chefredakteur Reichelt nach Freistellung zurück

„Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt (40) kehrt nach einer befristeten Freistellung wegen eines Compliance-Verfahrens wieder zurück zur Boulevardzeitung. Die Untersuchung sollte prüfen, ob das Verhalten regelkonform war und Firmenrichtlinien entsprach. „Entgegen der in einigen Medien kolportierten Darstellung gab es keine Vorwürfe und auch im Untersuchungsverfahren keine Anhaltspunkte für sexuelle Belästigung oder Nötigung“, so der deutsche Medienkonzern Axel Springer.

„Julian Reichelt hat die Vermischung von beruflichen und privaten Beziehungen eingeräumt, die oben genannten Vorwürfe jedoch bestritten und dies auch eidesstattlich versichert“, teilte der Springer-Konzern in Berlin am Donnerstag weiter mit. „Der Vorstand ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es nicht gerechtfertigt wäre, Julian Reichelt aufgrund der in der Untersuchung festgestellten Fehler in der Amts- und Personalführung - die nicht strafrechtlicher Natur sind - von seinem Posten als Chefredakteur abzuberufen. In die Gesamtbewertung sind auch die enormen strategischen und strukturellen Veränderungsprozesse und die journalistische Leistung unter der Führung von Julian Reichelt eingegangen.“

An der Spitze der Redaktionsleitung gibt es zugleich eine Veränderung: Die Chefredakteurin von „Bild am Sonntag“ und Mitglied der Chefredaktion der Bild-Gruppe, Alexandra Würzbach (52), wird gleichberechtigte Vorsitzende der Bild-Chefredaktionen. Reichelt werde sich künftig auf die Schwerpunkt Bild Print und Digital sowie Bild Live konzentrieren. Würzbachs Bereich werden „Bild am Sonntag“ und das übergreifende Personal- und Redaktionsmanagement sein. „Für die inhaltliche Ausrichtung aller Produkte der Bild-Gruppe sind Alexandra Würzbach und Julian Reichelt gemeinsam verantwortlich.“


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