Lebensmittelkennzeichnung: „Faule grüne Eier“ im Osternest

Der Wirtschaftsbund kritisiert vehement die verpflichtende Lebensmittelkennzeichnung in der Gastronomie.

Die Herkunftskennzeichnung soll auch für die Gastro gelten.
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Wien – Konsumentenschutzminister Rudolf Anschober (Grüne) legte diese Woche einen Verordnungsentwurf für die Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln vor, die auch in der Gastronomie für die Herkunft von Fleisch, Milch und Eiern verpflichtend sein soll. Der darüber entbrannte Streit um diese Verpflichtung nimmt indes an Schärfe zu. Der Wirtschaftsbund (WB) etwa spricht sich vehement dagegen aus.

„Während der größten Krise der Zweiten Republik hat der Gesundheitsminister nichts Besseres zu tun, als den Unternehmern die nächsten faulen grünen Eier ins Osternest zu legen“, wetterte WB-Generalsekretär Kurt Egger in einer Aussendung am Freitag. Das Koalitionsabkommen unterscheide eindeutig zwischen Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegungen, nur für Letztere sei eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung geplant.

Völlig anderer Meinung ist der WWF Österreich. Die Umweltschützer sprechen sich für eine Verpflichtung im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung und damit vor allem auch in der Gastronomie aus. „Mit mehr Transparenz könnte die Politik auch das massenhaft produzierte Billigfleisch zurückdrängen, unter dem die heimische Landwirtschaft besonders leidet“, betont Julia Haslinger, Ernährungsexpertin des WWF Österreich. Die Herkunftsangabe müsse deshalb für die Gastronomie verpflichtend sein. Hier sei eine gute Orientierung für die Menschen besonders wichtig. Nach einer kurzen Anlaufphase wäre das auch relativ unbürokratisch umsetzbar.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) verwies bei der Kennzeichnung in der Gastronomie darauf, dass sich dies mit dem Regierungsprogramm decke, auch wenn diese bewusst als freiwillige Maßnahme vereinbart worden sei. Für den Rest des Vorhabens kam von Köstinger Lob für das Vorhaben des Grünen. (TT, APA)

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