Fall in Wien entlarvte Einbrecher, der in Tirol sein Unwesen trieb

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© dpa/Andreas Gebert

Ende 2019 hatten sich in der Innsbrucker Umgebung Wohnungseinbrüche gehäuft. Bald schon fiel den Ermittlern auf, dass der Modus Operandi immer exakt derselbe war. Stets war da laut Spurenlage auf gleiche Art mit demselben Werkzeug zugeschlagen worden. Bargeld, Schmuck, Münzen und Handys waren als Beute begehrt. Die Polizei tappte vorerst im Dunkeln – bis bei drei Einbrüchen DNA-Spuren sichergestellt werden konnten. Die verrieten einen alten Bekannten – war der in der Datenbank abgespeicherte Serbe doch schon 2015 am Landesgericht wegen Einbruchs verurteilt worden. 2020 riss die Einbruchsserie in Tirol dann plötzlich ab. Auch der Verdächtige blieb unauffindbar. Bis der 40-Jährige diesen Jänner bei einem Wohnungseinbruch in Wien auf frischer Tat ertappt wurde. Mit dabei hatte er noch immer das Werkzeug, das er schon in Tirol verwendet hatte. Trotz eher eindeutiger Spurenlage und DNA-Treffern „sang“ der ausgebildete Gesangskünstler aber nur zurückhaltend und gestand gerade einmal sechs der Einbrüche zu. Geld- und Alkoholprobleme waren Motiv für die Einbrüche, die allein einer Dame knapp 40.000 Euro Schaden zugefügt hatten. Bei zehn Jahren Strafrahmen für schweren gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahl nahm der Angeklagte zweieinhalb Jahre Haft sofort an.

Führerschein gefälscht

Nichts mit der Führerscheinprüfung wurde es bislang für eine 23-jährige Tirolerin. Zweimal ist sie schon gescheitert. „Immer, wenn i den Prüfer seh, werd’ ich so nervös, Frau Rat!“, erklärte die gestern am Landesgericht wegen Urkundenfälschung Angeklagte. Dass sie durchgefallen war, hatte die Frau ihrer Familie nämlich verschwiegen – und sich stattdessen selbst eine Urkunde über einen vorläufigen Führerschein nach dem Führerscheingesetz ausgestellt. Damit fuhr die 23-Jährige – bis zur ersten Kontrolle. 3240 Euro Geldstrafe plus 150 Euro Gerichtsgebühren nahm die Angeklagte sofort an. Ihr Auto hat sie bereits einer Freundin vermacht.

Geldstrafe für Drogendeal

Falsche Loyalität hatte letztes Jahr ein Oberländer gegenüber einem bereits rechtskräftig verurteilten Drogenhändler gezeigt. Noch in dessen Prozess hatte er als Zeuge bestritten, vom mittlerweile Inhaftierten Cannabis gekauft zu haben. Wohl weil es um fünf Kilogramm ging. Richterin Helga Moser: „Bei vier Vorstrafen wäre das Geständnis halt der stärkste Milderungsgrund!“ „I wollt ihn halt decken“, darauf der 27-Jährige. Angesichts später Einsicht ergingen so gestern anstatt möglicher drei Jahre Haft „nur“ 2880 Euro Geldstrafe. (fell)

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