Corona ließ Gewinn der Hypo Tirol schmelzen

Vor allem wegen Pandemie-bedingter Risikovorsorgen hat sich das Ergebnis der Hypo Tirol Bank mehr als halbiert. Die Bank-Spitze zeigt sich aber zufrieden, das Land verzichtet für 2020 auf eine Dividende.

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Statt 4,3 Mio. Euro müsste die Hypo Tirol künftig 8,3 Millionen an Abgaben zahlen. Jetzt regt sich massiver Protest gegen die Erhöhung.
© Böhm Thomas

Innsbruck – Die mittlerweile seit über einem Jahr andauernde Corona-Krise mit ihren massiven Folgen für die Wirtschaft traf auch die zu 100 Prozent in Landesbesitz stehende Hypo Tirol Bank. Das operative Ergebnis schrumpfte deutlich von 25,7 auf 12,1 Mio. Euro, das Ergebnis nach Steuern von zuvor 23,3 sogar um zwei Drittel auf nur noch 7,8 Mio. Euro.

Die Bilanzsumme der Hypo stieg indes aufgrund einer bei der EZB in Anspruch genommenen Refinanzierungsmöglichkeit um 1,77 Prozent auf 8,77 Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote blieb mit 14,52 Prozent konstant hoch, wie auch die Eigenmittelquote mit 16,79 Prozent. Die Forderungen an Kunden seien im Geschäftsjahr 2020 um 5,15 Prozent gestiegen und beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 6,02 Mrd. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter sank von 516 auf 499.

Die Hypo blicke auf ein herausforderndes und erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 zurück, der beständige Weg der Tiroler Landesbank habe sich bewährt, betonten Vorstand und Aufsichtsrat zur Bilanz. Aufgrund der Pandemie sei die Kredit-Risikovorsorge entsprechend aufgestockt worden, was sich direkt auf das Unternehmensergebnis auswirke, betont Aufsichtsratsvorsitzender Wilfried Stauder. „Mit dieser gewissenhaften Maßnahme tragen wir möglichen Nachwehen der Covid-Krise Rechnung und können den Tirolerinnen und Tirolern weiterhin verlässlich zur Seite stehen.“ Die Hypo Tirol Bank stehe auf wirtschaftlich soliden Beinen. Die gute Kapitalausstattung und ausreichende Liquidität hätten 2020 zu einer Bestätigung des A-Ratings durch Standard & Poor’s geführt.

„Trotz aller Herausforderungen ist die Hypo Tirol gut durch das vergangene Geschäftsjahr gekommen“, sagt Vorstandsvorsitzender Johann Peter Hörtnagl. Man habe viele Spielräume genutzt, um die Kunden zur Sicherung des Standorts und der Arbeitsplätze unbürokratisch zu unterstützen.

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Hörtnagl verwies auch auf mehrere Auszeichnungen für die Hypo. So habe man die Höchstnote „summa cum laude“ vom Fachmagazin Elite Report und sechs Prämierungen beim Österreichischen Dachfonds-Award bekommen, beim Forbes-Ranking „the world’s best banks“ habe die Hypo einen Spitzenrang im Vergleich der österreichischen Banken erzielt. Von der international etablierten Ratingagentur für Nachhaltigkeit „ISS ESG“ gab es den „Prime Status“.

Beim Land Tirol gibt man sich mit der Entwicklung der Hypo Tirol Bank ebenfalls zufrieden. Wie bereits im Vorjahr verzichtet das Land Tirol wegen der Corona-Herausforderungen erneut auf eine Dividende. Für das Jahr 2018 waren noch 8 Mio. Euro abgeführt worden. (TT)


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