Details für Lockdown in Ostösterreich für Montag erwartet

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Die für den bevorstehenden, auch „Osterruhe“ genannten Lockdown in Ostösterreich geltende Verordnung soll voraussichtlich erst am Montag vorliegen. Bis dahin müssten Details von den zuständigen Juristen geklärt werden, hieß es. Am Freitag appellierte jedenfalls Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), „diesmal zu Ostern auf Reisen zu verzichten und physische Treffen, Kontakte zu reduzieren“.

„Eine ungebremste Reisetätigkeit könnte zu jenem Infektionsschub führen, der in Spitälern von einer extremen Belastung zu einer Überlastung führen könnte“, so Anschober in einer Aussendung. Die Besuche während des bevorstehenden Lockdowns könnten so geregelt werden, wie bei jenen davor. Demnach könnte wieder eine haushaltsfremde, enge Kontaktperson einen anderen Haushalt treffen. Auch die Regelung für die FFP2-Masken-Pflicht am Arbeitsplatz soll über das Wochenende näher ausgearbeitet werden. Dazu soll es am Montag zudem ein Treffen mit den Sozialpartnern geben.

Anschober erinnerte einmal mehr daran, dass die Infektionszahlen in ganz Europa massiv ansteigen. Hierzulande sei das Bild zwar regional unterschiedlich, „generell liegt jedoch auch über Ostösterreich hinaus ein stark steigender Trend vor“, so der Gesundheitsminister. Vor allem werde der Anteil der britischen Mutationsvariante - in Ostösterreich liegt dieser je nach Region bereits bei 80 bis 95 Prozent - immer größer. Die Intensivabteilungen der Wiener Spitäler seien bereits an ihrer Kapazitäts-Grenze.

Daher sieht FPÖ-Chef Norbert Hofer einen landesweiten Lockdown auf Österreich zukommen. „Was im Osten Österreichs ab 1. April Realität ist, nämlich ein harter Lockdown, wird bei gleichbleibender Strategie der Bundesregierung unweigerlich und sehr rasch wieder auf das ganze Land zukommen.“ Die Bundesregierung dürfe den Menschen keine falschen Hoffnungen machen, denn Österreich werde „keinesfalls“ bis zum Sommer immunisiert sein. Daher sei bis dahin auch keine Entspannung zu erwarten. Die „Lockdown-Politik“ sei aber eine „Sackgasse“, zumal die Menschen nicht mehr können und diese auch nicht die erhofften Ergebnisse gebracht hätte. Stattdessen sollte „öffentliches Leben unter klaren, strikten und praxisnahen Regeln“ ermöglicht werden, argumentierte der FPÖ-Chef: „Nur so können wir eine Trendumkehr schaffen, bei der wir die Menschen auch mitnehmen können.“

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Auch Kardinal Christoph Schönborn meldete sich seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung „Heute“ zum bevorstehenden Lockdown zu Wort und rief dazu auf, trotz der „Osterruhe“ im Osten Österreichs und einer allgemeinen Coronamüdigkeit Zuversicht und Geduld nicht zu verlieren. Aktuell litten alle unter Corona, „manche ganz besonders“, schrieb er. Die Corona-Krise führe bereits zu Überforderung, „die Stimmung droht zu kippen. Die Aggression nimmt zu“, diagnostizierte Schönborn.


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