„Licht aus“ für das Klima bei der 15. „Earth Hour“

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Weltweit haben am Samstagabend zahlreiche Menschen und Städte um 20.30 Uhr (Ortszeit) die „Earth Hour“ 2021 begangen. Politische Differenzen waren dabei Nebensache: Auch der russische Präsident Wladimir Putin ließ die Außenbeleuchtung im Kreml für eine Stunde erlöschen. In Neuseeland, das zu den zeitlich ersten Ländern gehörte, hatte der WWF die Bevölkerung zu einer breiten Teilnahme aufgefordert.

In Russland beteiligten sich landesweit mehr als 30 Städte an der Aktion. Eine der ersten Städte war Wladiwostok am Pazifik rund acht Flugstunden von Moskau entfernt. Russland hat elf Zeitzonen und bekommt mit dem auftauenden Permafrostboden in Sibirien die Auswirkungen weltweit steigender Temperaturen zu spüren.

Unter anderem hüllten sich in Neuseeland der Aussichts-und Fernmeldeturm Sky Tower in Auckland und das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Wellington in Dunkelheit. Auch in Australien und südostasiatischen Staaten wie Malaysia und den Philippinen waren Licht-Aus-Aktionen geplant. Zudem hatte das Parkgelände Gardens by the Bay in Singapur, das wegen seiner imposanten Lichterspektakel zu einem der Highlights des Stadtstaates zählt, seine Teilnahme zugesagt.

Anfang Dezember hatte die Regierung von Neuseeland den Klimanotstand ausgerufen. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern will damit den Klimaschutz noch höher auf die politische Agenda setzen und plant etwa, den gesamten öffentlichen Sektor bis 2025 klimaneutral auszurichten. „Häufigere und extremere Wetterereignisse, steigende Meeresspiegel und der katastrophale Verlust von Natur und Tierwelt verursachen Chaos in unserer Umwelt und in unserem eigenen Leben“, so der WWF Neuseeland. „Earth Hour“ sei eine Chance, dringende Maßnahmen einzufordern.

Heute ist „Earth Hour“ nach WWF-Angaben die größte weltweite Klima-und Umweltschutzaktion. Seit 2007 schalten dabei Millionen von Menschen überall auf der Erde immer an einem bestimmten Tag im März um 20.30 Uhr Ortszeit das Licht aus und setzen so ein Zeichen für den Schutz des Planeten. Auch zahlreiche öffentliche Gebäude werden dabei verdunkelt. Der Startschuss war einst in der australischen Metropole Sydney gefallen, als am 31. März 2007 rund 2,2 Millionen Menschen das Licht ausschalteten - und so Geschichte schrieben.

Auch in diesem Jahr war „Down Under“ nach Neuseeland wieder eines der ersten Länder weltweit, in dem die Lichter ausgingen. Das weltberühmte Opernhaus von Sydney nahm bereits zum 14. Mal in Folge teil. Australien ist besonders schlimm vom Klimawandel betroffen und hatte erst in den vergangenen Tagen die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten erlebt.

Vom Brandenburger Tor in Berlin über die Christusstatue in Rio de Janeiro bis hin zum Wiener Schloss Schönbrunn gehen am heutigen Samstag um jeweils 20.30 Uhr Ortszeit für die „Earth Hour“ wieder für eine Stunde die Lichter aus. „Je mehr Menschen sich daran beteiligen, umso stärker ist das weltweite Signal“, rief WWF-Klimasprecherin Lisa Plattner dazu auf, auch im Eigenheim für Dunkelheit zu sorgen.

In Österreich haben auch das Belvedere in Wien oder das Ars Electronica Gebäude in Linz ihre Teilnahme angekündigt, berichtet der WWF Österreich zur 15. Ausgabe. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen warb am Freitag in sozialen Medien für die Aktion. Die Präsidentschaftskanzlei verbreitete ein Video, in dem zu sehen ist, wie Van der Bellen in Begleitung seines Hundes Juli die Lichtschalter in der Hofburg betätigt.

Mittlerweile werde die „Stunde der Erde“ auf allen Kontinenten in mehr als 180 Ländern veranstaltet. Weltweit nehmen mehr als 7.000 Städte teil, hieß es.

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