Zoll beschlagnahmte auch 2020 wieder mehr gefälschte Waren

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Der österreichische Zoll hat im vergangenen Jahr 3.317 Sendungen mit 56.979 gefälschten Produkten beschlagnahmt. Das waren um 60 Prozent mehr Sendungen als 2019. Gemessen an den Preisen der Originalprodukte entspricht das einem Gesamtwert von 24 Mio. Euro, wie aus dem Produktpirateriebericht 2020 des Finanzministeriums hervorgeh. Ein Großteil der Beschlagnahmen betrifft gefälschte oder andere illegale Medikamente. Knapp 92 Prozent der Lieferungen wurden im Internet bestellt.

Sorgen machen den Zollfahndern vor allem die illegalen Medikamente, die zunehmend in kleinen Päckchen oder Briefen verschickt werden. In Österreich wurden im Jahr 2020 bei 3.420 Aufgriffen insgesamt 345.966 gefälschte und andere illegale Medikamente beschlagnahmt. So viele Fälle in einem Jahr hatte der Zoll noch nie zuvor verzeichnet - die Steigerung gegenüber 2019 betrug mehr als 58 Prozent. Auch die dabei aufgegriffene Menge von 345.966 Stück war die zweithöchste jemals vom Zoll verzeichnete. Ein sehr großer Teil der gefälschten Produkte stammt aus China.

Die beschlagnahmten Medikamente seien oft verunreinigt, über- oder unterdosiert oder überhaupt wirkungslos. „Das fehlende Wissen über Inhaltsstoffe, Produktion und Vertrieb von geschmuggelten Medikamenten und Gesundheitspräparaten sollte jeden vom Kauf außerhalb unserer Apotheken abhalten“, warnt Gerhard Marosi, Produktpiraterieexperte im Finanzministerium. Als gefährlich werden oft auch Kinderspielzeug oder andere Produkte eingestuft, die für Kinder bestimmt sind.

„Indem gefälschte Waren aus dem Verkehr gezogen werden, bevor sie noch auf dem Markt verteilt werden können, schützt der österreichische Zoll Wettbewerbsfähigkeit, Handel und Investitionen und nicht zuletzt Konsumentinnen und Konsumenten“, betonte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) laut Mitteilung.

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