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Landestheaterchef Reitmeier: „Die Öffnungs-Chance wurde verpasst“

Landestheaterchef Johannes Reitmeier sitzt auf fertig geprobten Stücken und verlegt einen Teil des Programms ins Internet. Mit ORF III könnte sich nun doch ein Projekt ergeben.

Ganz allein im Großen Haus, doch Landestheaterchef Johannes Reitmeier schreibt die laufende Saison noch nicht ab. Im Mai könnte das Schauspielhaus bei günstiger Corona-Lage noch einmal aufsperren.
© Foto Rudy De Moor

In Frankreich und Italien wurden aus Unmut über den langen Kulturlockdown Theater besetzt. Haben Sie Verständnis für solche Protestmaßnahmen?

Johannes Reitmeier: In Spanien sind schon länger Opern- und Konzerthäuser für das Publikum wieder offen. Das scheint das Corona-Geschehen dort nicht maßgeblich zu beeinflussen. Daran hätten wir uns ein Beispiel nehmen können. Doch in der aktuellen Lage mit stark steigender Inzidenz wäre es eine Verkennung der Realität, die Öffnung von Theatern zu verlangen. Die Chance dazu wurde verpasst, was mich im Nachhinein ärgert. Als man die Skipisten öffnete, hätte man auch den Theatern die Chance geben können zu zeigen, dass die Covid-Präventionskonzepte funktionieren. Durch wissenschaftliche Studien ist das ja längst bewiesen.

Seit Anfang November ist das Tiroler Landestheater geschlossen. Rechnen Sie noch mit einer Wiedereröffnung vor dem Sommer?

Reitmeier: Früher als Anfang Mai wird es definitiv keine Öffnung geben, bis dahin haben wir das gesamte Programm vor Publikum abgesagt. Aber auch den Mai-Termin hat uns von der Bundesregierung noch niemand bestätigt. Es gibt für die Kultur aktuell weniger Planungssicherheit als je zuvor. Bei früheren Pressekonferenzen der Bundesregierung war die Kultur noch ein Randthema, jetzt wird sie gar nicht mehr erwähnt.

Glauben Sie, dass in Vorarlberg Kultur live vor Zusehern noch lange möglich sein wird?


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