Italien verhängt Quarantäne bei Einreise aus EU-Ländern

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Italien verhängt eine fünftägige Quarantäne bei der Einreise aus EU-Ländern. Eine dementsprechende Verordnung hat der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Dienstag unterzeichnet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Maßnahme gilt von Mittwoch bis zum kommenden Dienstag (6. April).

Wer aus EU-Ländern, darunter Österreich, kommt, muss sich bei der Rückkehr nach Italien einem Test und einer fünftägigen Quarantäne unterziehen. Danach muss man einen weiteren Test machen. Die Quarantäne gilt bereits für alle Nicht-EU-Länder.

Mit der Quarantäne auch bei der Einreise aus EU-Staaten will die italienische Regierung verhindern, dass viele Italiener über die Osterfeiertage ins Ausland verreisen. Von 3. bis 6. April wird Italien zur „Roten Zone“, die Italiener dürfen ihre Wohngemeinde nicht verlassen, um Angehörige in anderen Orten oder Regionen zu besuchen. Sie dürfen jedoch ins Ausland reisen, wenn sie negativ auf das Coronavirus getestet wurden.

Der Hotelierverband Federalberghi hatte Maßnahmen zur Einschränkung von Auslandsreisen urgiert. „Ich kann zwar nicht meine Gemeinde verlassen, kann aber auf die Kanaren fliegen. Das ist absurd, wenn man bedenkt, dass 85 Prozent der italienischen Hotels geschlossen sind“, erklärte Federalberghi-Präsident Bernabo Bocca im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Montag-Ausgabe).

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Der Chef der rechten Regierungspartei Lega, Matteo Salvini, begrüßte die Verordnung des Gesundheitsministers. „Es ist absurd, dass Italiener über Ostern nicht die Parks besuchen können, jedoch auf die Kanarischen Inseln oder nach Griechenland fliegen können“, sagte Salvini bei einer Pressekonferenz mit ausländischen Journalisten in Rom. Im Hinblick auf den Sommer rief Salvini Italiener und ausländische Gäste auf, in Italien zu urlauben, „dem schönsten Land der Welt“. Am Mittwoch soll Tourismusminister Massimo Garavaglia Sardinien als Covid-freie Insel präsentieren, die man nur mit negativem Testergebnis per Schiff oder Flugzeug erreichen kann.

Auch der Konsumentenschutzverband Codacons begrüßte die Verordnung des Gesundheitsministers. „Die bisherige Möglichkeit, im Ausland zu urlauben, fügt dem italienischen Tourismus einen großen Schaden zu und erhöht die Ansteckungsgefahr“, so Codacons-Präsident Carlo Rienzi.


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