NGOs mit Kritik an Ergebnis der Syrien-Geberkonferenz

Zahlreiche Hilfsorganisationen kritisieren die Ergebnisse der jüngsten internationalen Geberkonferenz für die Leidtragenden des Syrien-Kriegs. Bei der von der EU und den Vereinten Nationen organisierten Online-Geberkonferenz hatten die Teilnehmer am Dienstag 5,3 Milliarden Euro zugesagt, um die katastrophalen Folgen des Syrien-Konflikts abzumildern. Die NGO Oxfam etwa hält das Ergebnis für unzureichend.

Der zugesagte Betrag bestätige die Befürchtung, dass die Appelle der vom Krieg betroffenen Menschen nicht gehört würden, kommentierte der für Syrien zuständige Oxfam-Direktor Moutaz Adham. Zwar möge die Gewalt in dem Land zum Teil zurückgegangen sein, Millionen Syrer kämpften in ihrer Heimat und der Region aber noch immer um ihr Überleben und seien mit den Folgen der Corona-Pandemie, zunehmender Arbeitslosigkeit und einem Zusammenbruch der Wirtschaft konfrontiert.

Die 5,3 Mrd. rund 1,6 Mrd. Euro weniger als bei der Konferenz 2020, obwohl zum Beispiel allein Deutschland 1,7 Milliarden Euro versprach und damit die höchste Summe seit vier Jahren. Man begrüße Zusagen der Länder, die ähnlich viel oder mehr Mittel zugesagt hätten, heißt es in einem Schreiben von elf Organisationen wie der Aktion gegen den Hunger, Save the Children und CARE, das mehr als 35 nationale und internationale Organisationen unterschrieben haben. „Es ist aber außerordentlich enttäuschend, dass zwei große Geber, Großbritannien und die USA, der Not der Menschen in Syrien den Rücken kehren. Dies wird verheerende Auswirkungen auf ihr Leben haben“, warnten die Helfer. Österreich sagte Hilfe in Höhe von 18,2 Millionen Euro zu.

Mit dem bei der Online-Konferenz gesammelten Geld sollen unter anderem Nahrungsmittel, medizinische Hilfen und Schulbildung für Kinder finanziert werden. Es wird über Hilfsorganisationen direkt nach Syrien fließen oder Ländern in der Region zugutekommen, die viele Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen haben. Allein die Türkei beherbergt nach eigenen Angaben rund 3,7 Millionen Menschen aus dem Nachbarstaat.

In Syrien selbst litten nach UNO-Angaben zuletzt 12,4 Millionen Menschen und damit fast 60 Prozent der Bevölkerung unter Hunger. Der Konflikt in dem Land dauert mittlerweile seit dem Jahr 2011 an. Zwar ist die Gewalt zuletzt zurückgegangen, doch bei den Bemühungen um eine politische Lösung gibt es derzeit keine nennenswerten Fortschritte.


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