Österreich gegen EU-Vorschlag zu Impfstoffverteilung

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Österreich, Tschechien und Slowenien haben nach Angaben von EU-Diplomaten gegen den Vorschlag der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft zur Verteilung von zehn Millionen Biontech/Pfizer-Dosen Vorbehalte geäußert. Am Donnerstagvormittag nahmen die EU-Botschafter in Brüssel die Beratungen über die Verteilung der Impfstoffe wieder auf. Der EU-Vorsitz hält indes an seinem Vorschlag fest, drei Millionen der zehn Millionen Dosen für einen Solidaritätsausgleich zu nutzen.

Den drei Ländern ist das zu wenig. Sie stellen nach Angaben von Diplomaten auch die Kriterien infrage, nach denen Länder für Korrekturen begünstigt würden. Derzeit würden nur Bulgarien (1.151.889), Kroatien (684.009), Tschechien (142.940), Estland (41.553), Lettland (376.689) und die Slowakei (602.921) Extra-Dosen im Rahmen eines Solidaritätsmechanismus erhalten, nicht aber Österreich. Die übrigen sieben Millionen Impfdosen sollen wie üblich nach Bevölkerungsanteil unter allen 27 Staaten verteilt werden, auf Österreich entfielen 139.170 Dosen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) trifft bisher mit seinen Nachforderungen auf wenig Verständnis bei den EU-Partnern, da Österreich bereits eine relativ hohe Impfquote hat. Allerdings dürfte Österreich bis Ende Juni in Rückstand geraten, weil es sein Kontingent des Impfstoffs von Johnson & Johnson nicht ausgeschöpft hat, das ab Mitte April geliefert werden soll.

Ein EU-Diplomat kritisierte nach Angaben von dpa am Donnerstag: „Es ist schon paradox und ein wenig traurig: Jetzt hat Kanzler Kurz genau den Basar geschaffen, vor dem er ursprünglich gewarnt hat.“

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Grund für die Ungleichheiten ist der Umstand, dass nicht alle Länder die ihnen angebotenen Impfstoffmengen gekauft haben, zum Teil auch aus Kostengründen. Wer auf den Impfstoff von AstraZeneca gesetzt hat, ist nun besonders von den Lieferschwierigkeiten dieses Herstellers betroffen.


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