„Triage“-Sager von Stadträtin Elisabeth Mayr sorgt für Ärger

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Innsbruck – Trotz Millioneninvestitionen in die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen in Innsbruck fordert die zuständige Stadträtin Elisabeth Mayr, für die kommenden Jahre vorgesehene Ausbauprojekte vorzuziehen. Mayr warnt vor einer „Triage am Mittagstisch“ in gewissen Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt.

Diese Wortwahl bringt der Stadträtin nun einiges an Kritik ein. Die Grünen etwa zeigten sich gestern „entsetzt“. Bildungssprecherin Zeliha Arslan weist darauf hin, dass „Triage“ ein Verfahren zur Priorisierung medizinischer Hilfeleistung bei unzureichenden Ressourcen bezeichne. „In der derzeitigen Pandemie versuchen wir alles, damit genau der Fall, triagieren zu müssen, für Ärztinnen und Ärzte nicht eintritt. Dieses Bild, wo es um Leben und Tod gehen kann, auf die Frage des Mittagstisches zu übertragen, ist für mich geschmacklos“, sagt Arslan.

Auch die Aussage von Elisabeth Mayr, dass ein Ausbau der Kinderbetreuung als eine Investition für Frauen zu sehen sei, ist für Arslan unverständlich. „Genau solche Zuschreibungen, dass Frauen für Kinderbetreuung zuständig sind, katapultieren die Gleichbehandlungsfrage in die 50er zurück.“

Bei den NEOS sorgt Mayr ebenfalls für Kopfschütteln. Das „Triage“-Bild im Zusammenhang mit fehlenden Plätzen beim Mittagstisch zu verwenden, bezeichnet NEOS-Gemeinderätin Julia Seidl als „sehr verstörend“. Zudem würde eine derartige Wortwahl bei den Eltern für Verunsicherung sorgen. „Es würde einer Stadträtin gut anstehen, nicht mit solchen unpassenden Vergleichen populistische Schlagzeilen zu produzieren“, erklärt Seidl.

Die Notwendigkeit des Ausbaus der Kinderbetreuung in Innsbruck sehen die NEOS aber sehr wohl gegeben und sprechen sich, wie auch Stadträtin Mayr, für einen „Mittagstisch für alle“ sowie ein umfassendes schulisches Angebot aus. „Ein gutes, ganztägiges Angebot für alle Kinder ist seit jeher eine zentrale NEOS-Forderung. Daher werden wir einen sinnvollen Ausbau jederzeit unterstützen“, betont Gemeinderätin Dagmar Klingler-Newesely. (dd, TT)


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