Auftakt nach Maß für Austria, Hartberg verjuxt Punkte

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Die Wiener Austria hat den ersten kleinen Schritt zur Europacupqualifikation via „zweitem Bildungsweg“ erfolgreich getan. Am Samstag feierte das Team von Peter Stöger zum Auftakt der Qualirunde der Fußball-Bundesliga ein Heim-2:0 über Altach und übernahm die Tabellenführung einen Punkt vor Hartberg. Die Steirer verjuxten bei Ried eine 2:0-Führung und verschafften den Oberösterreichern unter Neo-Coach Andreas Heraf mit dem 2:3 eine Mutinjektion im Abstiegskampf.

Die Austria gewann dank zweier später Tore von Marco Djuricin (80.) und Dominik Fitz, der per Elfmeter traf (88.). Trainer Peter Stöger war mit dem Gebotenen „wirklich zufrieden“, vor allem da die vielen offenen Zukunftsfragen im Club nicht gerade ruhefördernd sein dürften. Für Stöger stand am Ende des Tages fest: „Die Gruppe ist intakt. Die arbeiten dafür, mit all ihren eigenen Geschichten, die sie haben. Sie versuchen alles auf den Platz zu bringen.“

Nach dem „positiven Signal“ spekulierte Stöger mit einer Fortsetzung. „Wir hoffen, dass wir das vom Auftreten her ordentlich hinkriegen. Das heißt nicht, dass wir alle Spiele gewinnen müssen. Aber wir wollen immer das Gefühl haben, dass die Mannschaft alles unternimmt.“ Sein Team steckte am Samstag zumindest eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichterteams weg. Stöger reagierte auf die Aberkennung des vermeintlichen 1:0 (10.) wegen eines angeblichen Foulspiels laut Eigenaussage gefasst. „Weil ich mittlerweile festgestellt habe: Es hilft eh nichts. Die zweite Situation mit dem Ball über der Linie (oder nicht), ist schon schwierig. Aber die erste...Ich behaupte einmal, die Altacher selbst haben nicht gewusst, was da passiert ist.“

Auch Altachs Damir Canadi sprach von „Glück“ in dieser Szene und einer insgesamt verdienten zweiten Niederlage im fünften Spiel nach seiner Rückkehr. Der Trainer bemängelte einiges, im Konkreten die Defensivordnung, Pass- und Zweikampfqualität. „Ich habe immer gesagt, wenn es eine holprige Saison ist, dann bleibt es eine holprige Saison. Wir werden uns dem stellen. Nächste Woche haben wir ein Heimspiel gegen St. Pölten zuhause, da wollen wir wieder unsere Punkte holen.“

Das hatte eigentlich auch Hartberg bei den taumelnden Riedern vorgehabt. Und die Steirer führten dank Treffern von Stefan Rakowitz nach nur 52 Sekunden und Bakary Nimagas 2:0 (34.), verloren aber noch 2:3. „Das Spiel fällt in die Rubrik ‚komplett unnötige Niederlage‘. Wir haben es einzig und allein uns selbst zuzuschreiben. Das Spiel hätte nach 34 Minuten entschieden sein müssen“, ärgerte sich TSV-Coach Markus Schopp.

Er ärgerte sich aber auch über eine nicht gegebene gelb-rote Karte gegen Rieds Stefan Nutz in der 21. Minute. „Da wollte der Schiedsrichter den Elfer kompensieren“, analysierte Schopp. In der Tat war der Strafstoß für Hartberg in der 16. Minute zuunrecht verhängt worden, weil Kennedy Boatengs Handspiel außerhalb des Strafraums passiert war. Dario Tadic verschoss ohnehin.

Rieds Jungstar Marco Grüll ließ es sich hingegen nicht nehmen, einen Doppelpack zu schnüren. Mit seinen Treffern (37., 69.) leitete er die Trendwende ein und zeigte gerade beim Solo vor dem 2:0, warum er im Sommer zu Rapid wechselt. „Für mich waren die zwei Tore eine große Erleichterung“, erklärte der 22-Jährige. Das gilt nach dem Sieg, den ein von Matija Horvat abgefälschter Weitschuss Julian Wießmeiers brachte (71.), wohl für die gesamte Rieder Truppe.

Heraf, der am 25. März den glücklosen Miron Muslic beerbte, erlebte einen Traumeinstand. „Der Sieg kann einen Knoten für die nächsten Wochen lösen. Wir haben jetzt das Gefühl, dass wir jeden schlagen können“, betonte der Wiener nach dem ersten Rieder Sieg nach zehn Spielen. Sein unerwartetes Comeback im Innviertel („Ich war drei Monate in Brasilien, habe eine kleine Mannschaft trainiert und einen Scoutingjob mitübernommen und hatte schon wieder ein Ticket, als mich Roland Daxl/Ried-Vorstandsmitglied, Anm. anrief“) sei zwar erfolgreich gewesen, es warte aber viel Arbeit auf seine Truppe, die nun Dritter, je einen Punkt vor Admira, Altach und St. Pölten ist: „Es sind nach wie vor neun Endspiele.“

Im dritten Samstagsspiel gelang der Admira der erste Auswärtssieg der Saison. Vor allem in der ersten Hälfte agierten die Südstädter beim 1:0 gegen St. Pölten, das weiter bei nur einem Heim-Saisonsieg hält, souverän. Coach Damir Buric sprach nach dem Match von einem „hart erkämpften Sieg“. Er lobte insbesondere die Defensive.

Dass man hinten sattelfest gewesen ist, sei auch einer guten Taktik geschuldet gewesen, war Mittelfeldspieler Roman Kerschbaum überzeugt: „Wir sind sehr kompakt gestanden, wurden sehr gut vom Trainerteam eingestellt.“ Trotz des positiven Starts würden aber auch die kommenden Aufgaben schwierig genug bleiben, so Kerschbaum.

St. Pölten-Trainer Robert Ibertsberger haderte mit einer Niederlage in einem aus seiner Sicht „richtungsweisenden Spiel“. Für die verbleibenden neun Spiele in der Qualifikationsgruppe gelte es vor allem, mehr Torgefahr zu erzeugen. Gegen eine tief stehende Admira „sind wir letztlich zu ungefährlich geblieben“, analysierte der SKN-Coach den Fehlstart in die heiße Phase der Ligasaison.


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