Russische Truppenbewegungen nahe der Ukraine sorgen Borrell

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Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat sich besorgt über russische Truppenbewegungen unweit der ukrainischen Grenze geäußert und Kiew die „standhafte Unterstützung“ der Europäischen Union zugesichert. Er verfolge mit „ernster Sorge die russischen Aktivitäten rund um die Ukraine“, erklärte Borrell am Sonntag nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba im Onlinedienst Twitter.

Zugleich versicherte er: „Standhafte EU-Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine“. Borrell kündigte an, das Thema diesen Monat mit Kuleba und den Außenministern der 27 EU-Länder zu besprechen. Die Ukraine hatte Russland kürzlich vorgeworfen, tausende Militärangehörige an seinen nördlichen und östlichen Grenzen sowie auf der von Moskau annektierten ukrainischen Halbinsel Krim zusammenzuziehen.

Der Sprecher von Russlands Staatschef Wladimir Putin, Dmitri Peskow, sagte am Montag dazu: „Die russische Armee bewegt sich auf russischem Territorium in die Richtungen, die sie für richtig hält.“ Dabei gehe es allein darum, die Sicherheit des Landes zu gewährleisten.

Peskow warnte vor einer Eskalation der Lage nach dem Tod eines fünf Jahre alten Kindes in der Ostukraine. „All das ist eine bittere Folge der ungelösten Situation, mehr noch, eine Folge der erhöhten Spannung an der Trennlinie (Front)“, sagte der Kreml-Sprecher in Moskau der Agentur Interfax zufolge. „Jedes Mal, wenn ein Mensch getötet wird, besonders wenn es ein Kind ist, ist es eine Tragödie.“

Die Ukraine und die prorussischen Separatisten hatten sich am Wochenende gegenseitig die Verantwortung für den Tod des Kindes zugeschoben. Nach Darstellung der Separatisten war am Samstag bei der Ortschaft Olexandriwske im Donezker Gebiet ein Sprengsatz mit einer Drohne abgeworfen worden, der den Buben getötet und seine über 60 Jahre alte Großmutter schwer verletzt habe. Örtlichen Medienberichten zufolge war das Kind jedoch durch die Explosion einer auf dem Grundstück gelegten Mine getötet worden.

Seit knapp sieben Jahren kontrollieren Separatisten Teile der Gebiete Donezk und Luhansk entlang der russischen Grenze. UN-Schätzungen zufolge sind seit 2014 mehr als 13.000 Menschen getötet worden. Trotz vereinbarter Waffenruhe wurden seit Jahresbeginn auf Regierungsseite mindestens 21 Soldaten getötet. Im gleichen Zeitraum sind Angaben der Separatisten zufolge etwa 23 Menschen getötet worden.


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