Seniorenzentrum Zams-Schönwies: Abgespeckte Variante statt Abriss

Das Ausbauprojekt für das Seniorenzentrum Zams-Schönwies wird adaptiert. Offene Rechnung gibt es mit dem Architekturbüro.

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Zams, Schönwies – Außer Bauexperten hat das niemand verstanden: Das 24 Jahre alte und nach wie vor funktionstüchtige Seniorenzentrum Zams-Schönwies sollte abgerissen und neu gebaut werden. Diese Vorgangsweise war laut dem Feldkircher Architekturbüro Xander vorgesehen. Letzteres hatte 2019 den EU-weiten Architektenwettbewerb gewonnen. Weil jedoch die Kosten von 16 auf 19 und dann auf 25 Mio. Euro kletterten, zog der Gemeindeverband vorigen Herbst die Notbremse und verordnete sich einen Neustart. Zur Kostenexplosion gibt es unterschiedliche Standpunkte: Man habe es verabsäumt, einen Kostenrahmen vorzugeben, sagen Mandatare aus Schönwies. Der Vorarlberger Wettbewerbssieger habe nach „Gutdünken“ geplant und die Tiroler Richtlinien zur Wohnbauförderung ignoriert. Dem widerspricht Nikolaus Juen, zuständig für die Dorferneuerung des Landes Tirol: Das Projekt habe sehr wohl den Förderrichtlinien entsprochen. Aber es sei Sache des Bauherren, ob das Projekt realisiert werde oder nicht.

Jedenfalls bestätigten Xander und Verbandsobmann Bürgermeister Siggi Geiger übereinstimmend: „Das Projekt ist gestorben.“ Stattdessen soll laut Geiger eine abgespeckte Variante realisiert werden: Das 30-Betten-Heim bleibe stehen, angedacht sei ein Zubau mit 20 zusätzlichen Betten auf einem angrenzenden Grundstück. Mit dem Besitzer stehe man „in konstruktiven Gesprächen“. Die in den Xander-Plänen vorgesehene Übergangspflege, ein Trakt mit 20 Betten, werde „am aktuellen Standort nicht realisiert“, erklärte Geiger.

Beim Architektenwettbewerb haben, so Geiger, die sechs erstgereihten Büros in Summe 140.000 Euro an Honoraren bekommen, Xander als Sieger den Löwenanteil. Trotzdem flatterte zusätzlich eine Rechnung mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag über den Arlberg. „Wir haben darin unsere vereinbarten Vorleistungen in Rechnung gestellt“, so Geschäftsführer Andreas Xander.

„Da gibt es noch Meinungsverschiedenheiten“, räumte Verbandsobmann Geiger ein. Man werde nachverhandeln, „weil aus unserer Sicht diverse Leistungen im Zuge des Wettbewerbs bereits abgegolten worden sind“.

„Außer Spesen nichts gewesen“, fasst der Zammer LA Benedikt Lentsch (SPÖ) seine Kritik zusammen: „Jetzt stehen wir wieder bei null und wertvolle Zeit ist vergangen. Im Vordergrund muss die bestmögliche Unterbringung unserer älteren Generation stehen.“ (hwe)


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