Mädchen in Kroatien offenbar von Mutter zu Tode geprügelt

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Kroatien erschüttert der Fall eines zweieinhalbjährigen Mädchens, das laut Medienberichten von seiner Mutter zu Tode geprügelt wurde. Das Kind ist am Sonntag an schweren Kopfverletzungen im Zagreber Kinderspital gestorben, wo es seit Mittwoch im Koma lag. Beide Eltern befinden sich in Untersuchungshaft, die 24-jährige Mutter gilt als Hauptverdächtige. Drei weitere Kinder des Paares aus Nova Gradiska in Ostkroatien wurden laut Medien in einer Pflegefamilie untergebracht.

Die Mutter hatte das verletzte Kind Mittwochfrüh ins Krankenhaus in Nova Gradiska gebracht und angegeben, es habe sich bei einem Sturz verletzt. Das Mädchen, das laut Medienberichten reanimiert werden musste, wurde wegen des schlechten Gesundheitszustands noch am selben Tag nach Zagreb verlegt. Zwei Tage später wurde gegen die Mutter und den 27-jährigen Vater U-Haft wegen Misshandlungsverdachts verhängt. Zahlreiche frische, aber auch ältere blaue Flecken am Körper des Mädchens, die im Krankenhaus festgestellt wurden, ließen auf einen längeren Missbrauch schließen.

Bei den bisherigen Ermittlungen wurde Berichten zufolge festgestellt, dass die Eltern das Kind seit fünf Monaten misshandelt haben sollen. Der Vater war der Polizei wegen familiärer Gewalt bereits bekannt, konkret soll er gewalttätig gegenüber der Ehefrau gewesen sein. Die tödlichen Verletzungen soll dem Kind die Mutter zugefügt haben, indem sie es mit den Fäusten auf Kopf und Körper schlug, berichteten Medien unter Bezug auf Polizeiangaben. Die Eltern sollen teilweise geständig sein.

In dem Fall werden dem Jugendamt in Nova Gradiska, unter dessen Aufsicht die Familie gestanden hat, grobe Versäumnisse vorgeworfen. Das Mädchen kam bereits mit drei Monaten in eine Pflegefamilie, wo es bis November 2020 aufgewachsen ist. Im Herbst wurde es den leiblichen Eltern, die ihre familiären Verhältnisse verbessert haben sollen, zurückgegeben. Die Familie blieb unter Aufsicht des Jugendamts.

Obwohl es laut Medienberichten in den vergangenen Monaten Anzeichen gab, dass etwas nicht stimmt, schlug die Behörde nicht Alarm. Die Eltern selbst sollen sich seit Jahresanfang bei der zuständigen Sozialarbeiterin beschwert haben, dass sich das Kind merkwürdig benehme, auch die Großmutter soll mehrmals darauf hingewiesen haben, dass es dem Kind immer schlechter gehe. Am Tag vor der Einlieferung ins Krankenhaus war die Mutter mit dem Kind beim Jugendamt zu einer Besprechung. Das Mädchen sei zurückhaltend gewesen und übergab sich, was laut der Mutter öfters passieren würde.

Der Leiter des Jugendamtes in Nova Gradiska, der laut Medien beteuerte, dass nichts auf die Gewalttat hingewiesen habe, wurde mittlerweile abgesetzt, eine Inspektion soll die Arbeit in dem Fall unter die Lupe nehmen. Das Familienministerium, das ebenfalls stark unter Druck geriet, kündigte Systemverbesserungen an.

Der Fall erschütterte das ganze Land. Vor dem Zagreber Kinderspital wurde ein Meer von Kerzen und Plüschtieren errichtet, Menschen zündeten auf Aufruf einer Bürgerinitiative am Montagabend Kerzen in ihren Wohnungsfenstern an - als Erinnerung an alle Kinder, die Opfer von Familiengewalt wurden. Die Bürgerinitiative rief dabei die Politiker auf, entsprechende Lösungen zu finden, um derartigen Gewalttaten vorzubeugen.


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