PSG will gegen Bayern Scharte aus dem Finale 2020 auswetzen

  • Artikel
  • Diskussion

Die Neuauflage des Vorjahresendspiels zwischen Bayern München und Paris Saint-Germain (21.00) steht im Fokus der Mittwochsspiele im Viertelfinale der Fußball-Champions-League. Paris sinnt auf Revanche für das 0:1 und sucht weiter nach seinem „heiligen Gral“ - der für die schwerreichen Besitzer bisher unerreichbar blieb. Die Vergangenheit hat für Bayern jedenfalls „keine Relevanz, weil es ist ein neues Spiel, auch eine neue Mannschaft“ ist, sagte Trainer Hansi Flick.

PSG ist in der französischen Ligue 1 als Serienmeister nicht mehr unantastbar. Drei Niederlagen in den vergangenen sechs Spielen drücken aufs Gemüt. Die gelb-rote Karte gegen Superstar Neymar zuletzt beim 0:1 gegen den neuen Tabellenführer OSC Lille soll einem Bericht der „L‘Equipe“ vom Dienstag zufolge für ein frostiges Kabinenklima geführt haben. Dabei bräuchte der seit seinem aufsehenerregenden Wechsel für die Rekordsumme von 222 Millionen Euro vom FC Barcelona mit Privilegien eines Exzentrikers ausgestattete Neymar vor allem Spielpraxis. Gegen Lille war der Südamerikaner das erste Mal seit dem 10. Februar in einem Pflichtspiel in der Startelf gestanden.

Auch die Harmonie mit Jungstar Kylian Mbappe scheint aktuell gestört. Das Magazin „France Football“ stellte bereits die Frage: „Gehört Neymar noch in die Kategorie der ganz großen Spieler?“ Scheitert PSG an den Bayern, wird der Kampf um den Trostpreis Meisterschaft nicht leichter. Hinzu kommt, dass Neymars Wechselspekulationen sicher noch mehr Fahrt aufnehmen würden und auch die aktuellen Vertragsverhandlungen mit Mbappe, dessen Kontrakt wie der von Neymar bis Ende Juni 2022 datiert ist, könnte schwieriger werden.

PSG reist ohne die positiv auf das Coronavirus getesteten Alessandro Florenzi und Marco Verratti, den gesperrten Leandro Paredes und den angeschlagenen Mauro Icardi an. ÖFB-Teamspieler David Alaba und Co. müssen aller Voraussicht nach auf Serge Gnabry (Halsschmerzen) und Marc Roca (verletzt) verzichten. Dafür kehren die in der Bundesliga gegen Leipzig zuletzt gesperrten Jerome Boateng und Alphonso Davies zurück. Im Sturm spricht viel dafür, dass Flick erneut den letztjährigen Paris-Profi Eric Maxim Choupo-Moting als Ersatz für den verletzten Weltfußballer Robert Lewandowski aufbietet.

E-Bike und 10 x € 300,- Sportgutscheine gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren. Der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Im zweiten Mittwochspiel stehen sich der FC Porto und Chelsea gegenüber - sowohl Hin- als auch Rückpartie werden coronabedingt in Sevilla austragen. Die Portugiesen peilen nach dem Triumph über Juventus im Achtelfinale die nächste Überraschung an, müssen aber ohne die gesperrten Offensivkräfte Mehdi Taremi und Sergio Oliveira, letzterer mit fünf Treffern CL-Toptorschütze Portos, auskommen.

Bei Chelsea beginnt es erstmals unter Trainer Thomas Tuchel zu rumoren. Das 2:5 gegen Abstiegskandidat West Bromwich Albion und anschließende Spannungen in der Mannschaft störten die Vorbereitung, doch Tuchel bleibt gelassen. „Wir werden die richtige Reaktion darauf zeigen, denn das ist Sport, und das ist absolut notwendig“, versprach Tuchel. Das deftige 2:5 bezeichnete der 47-Jährige als „großen Weckruf“ für das gesamte Team - „mich inbegriffen“.

Neben der ungewohnt schwachen Defensive enttäuschte einmal mehr die Offensive. Besonders Timo Werner steht schon länger in der Kritik. Das Boulevardblatt „The Sun“ verglich den 25-Jährigen bereits mit Andrej Schewtschenko, Fernando Torres und Romelu Lukaku - allesamt Ausnahmestürmer, die jedoch im Chelsea-Trikot kein Glück fanden beziehungsweise zu selten ins Tor trafen. „Wir können jetzt nicht nach 14 oder 15 Spielen den Kopf verlieren“, warnte Tuchel, „wir können den Spielern nicht das Vertrauen entziehen, das wir in sie haben.“


Kommentieren


Schlagworte