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Wut über zahlreiche getötete Kröten in Thiersee

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Rund 40 tote Kröten und Frösche lagen beim Schwimmbad.
© Bellinger

Thiersee – Es habe wie auf einem Schlachtfeld ausgesehen, schimpft Kristin Bellinger. Beim Gassigehen entdeckte die Thierseerin am Freitag rund 40 getötete Kröten und Frösche rund um das Schwimmbad im Ortsteil Landl. „Teilweise waren sie aufgespießt oder die Beine abgehackt. Einige waren noch am Leben, obwohl ihnen Gliedmaßen fehlten.“

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Wer dafür verantwortlich war, sprach sich in der ländlichen Gemeinde schnell herum: eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen. „Der Vater eines beteiligten Buben hat sich bei uns gemeldet“, erklärt BM Hannes Juffinger, der auch von der Spaziergängerin über den Vorfall informiert wurde. Dieser habe den Kindern eine ordentliche Standpauke gehalten und die leblosen Körper mit ihnen gemeinsam eingesammelt. Damit habe sich die Sache für Juffinger erledigt – von einer Anzeige werde die Gemeinde absehen.

„Was soll das noch bringen?“, fragt Juffinger und verweist darauf, dass Kinder und Jugendliche in Lockdown-Zeiten besonders unter Druck stehen. Seit einem Jahr seien sie eingesperrt, das ende oft in Protest oder einem „Riesenblödsinn“, meint Juffinger, selbst Vater von zwei Jugendlichen. „Wobei das natürlich Tierquälerei nicht rechtfertigt. Aber die Ansprache des Vaters dürfte nachhaltig gewesen sein.“

„Freiwillige sammeln die geschützten Tiere auf ihrer Frühjahrswanderung täglich auf, um sie heil über die Straßen zu bringen, und bei uns werden sie dann getötet“, schüttelt Bellinger den Kopf. Und noch etwas ärgert sie: „Es waren sehr viele Erwachsene spazieren, aber offenbar hat niemand den Arsch in der Hose gehabt, um die Gruppe aufzuhalten.“ (jazz)


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