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„Das Eigentumsdenken geht sich für viele nicht mehr aus“

Innsbruck erlebt derzeit einen Boom im sozialen Wohnbau, trotzdem werden die Schlangen Wohnungssuchender länger. Eigentum ist für viele unrealistisch geworden.

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Keine Schlangen, sondern Leere am Wohnungsamt Innsbruck. Alles wird derzeit per Mail erledigt. Das soll sich wieder ändern.
© Rita Falk / TT

Von Alexandra Plank und Liane Pircher

Innsbruck — „Mein Vater war Beamter bei der ÖBB, meine Mutter arbeitete im Einzelhandel. Mit ihren Einkommen schafften sie es in den Siebzigern, eine Eigentumswohnung zu kaufen. Für mich geht sich das aus eigener Kraft nicht mehr aus", schreibt ein TT-Leser (Name der Red. bekannt). In dem Brief schildert er seine Odyssee von der Suche nach einer Eigentumswohnung in Innsbruck.

Das Fazit des 30-Jährigen: „Von welchem Gehalt für die Berechnung des leistbaren Wohnens ausgegangen wird, ist mir ein Rätsel. Ich musste sehr schnell feststellen, dass für mich trotz guter Ausbildung und Job maximal eine Garçonnière finanzierbar sein wird. Mit dem Ziel, eine Familie zu gründen, verständlicherweise viel zu klein." Zuletzt stach ihm ein Wohnbauprojekt der ZIMA ins Auge: „Für eine Garçonnière mit 24,4 m² wird ein Preis in Höhe von 269.000 € verlangt. Vielleicht ist es Ihnen egal, dass leistbares Wohnen in Innsbruck nicht mehr möglich ist, aber mir ist es nicht egal."

„So schwer wie noch nie“

Sozialberatungsstelle Barwo und Delogierungsprävention. In der Beratung spüren wir die rasanten Preissteigerungen enorm. Die Unterstützung bei der Wohnungs­suche ist so schwer wie noch nie. Gerade bei den wenigen günstigeren Wohnungen ist die Konkurrenz riesengroß, viele bleiben auf der Strecke. Das führt dazu, dass Familien auf extrem beengtem Platz leben, teils sechs Personen auf weniger als 50 m². Das städtische Wohnungsamt hilft leider nur noch bedingt. Wartezeiten sind mehrjährig.


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