Rauriser Literaturtage wurden im Internet eröffnet

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„Alles ist anders“, brachte es Bgm. Peter Loitfellner am Mittwochabend bei der Eröffnung der 50. Rauriser Literaturtage auf den Punkt: Erstmals findet das Literaturfest nicht in Wirtshausstuben, sondern weitgehend im Netz statt. Mit allen Kinderkrankheiten, die ein Livestream so mit sich bringt: Es ging verspätet los, Bild und Ton ruckelten, das Publikum brauchte Geduld, bis die Technik funktionierte und sich endlich die für Rauris typische dichte Zuhör-Atmosphäre aufbaute.

Nur eine Handvoll Leute konnten vor Ort im neu renovierten Mesnerhaus an der Eröffnung und Preisverleihung teilnehmen. Doch immerhin: Die beiden Preisträger 2021 waren anwesend und durften sich die auf einem Tisch bereitgelegten Urkunden abholen. Der aus Liechtenstein stammende Autor Benjamin Quaderer bekam für seinen Debütroman „Für immer die Alpen“ den mit 10.000 Euro dotierten Rauriser Literaturpreis 2021. Der Tiroler Martin Mader erhielt den Rauriser Förderungspreis 2021 für den Text „Abstand ist Überall“.

Die persönliche Übergabe ist etwas, das Angela Lehner, der Preisträgerin 2020, bisher coronabedingt verwehrt war. „Ich nehme heute zum dritten Mal den Rauriser Literaturpreis nicht persönlich entgegen“, scherzte sie denn auch am Beginn ihrer aus Berlin zugeschalteten und von Übertragungsproblemen durchsetzten Lesung aus ihrem Roman „Vater unser“. „Ich finde es gut, dass die Rauriser Literaturtage trotzdem stattfinden“, dankte sie den Organisatoren: „Das ist ein wichtiges Signal in Richtung Künstlerförderung.“ Ihr selbst hätten der Preis und Stipendien im vergangenen Jahr das Weiterschreiben ermöglicht.

Auch für Benjamin Quaderer hat der Rauriser Literaturpreis eine große Bedeutung: „Hallo Rauris, hallo Internet“, sagte er am Beginn seiner Lesung im Mesnerhaus: „Ich freue mich wirklich sehr. Der Preis hat mich nachhaltig mit dem letzten Jahr versöhnt.“ Bei seinem Vortrag funktionierte die Technik gut und schuf damit die Basis dafür, dass sich selbst für die Zuhörer im Distanzmodus jene Kraft und Spannung entfalten konnte, die Rauris in den Tagen des Literaturfestes ausmacht. Das weckt die Vorfreude auf die kommenden Tage – und auf das nächste Jahr, wo sich hoffentlich nicht nur einzelne Autoren, sondern auch wieder das Publikum im Pinzgau einfinden wird können.

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Bis Sonntag werden unter anderem noch Bodo Hell, Peter Rosei, Erwin Einzinger, Julya Rabinowich, Raphaela Edelbauer, Raoul Schrott und Michael Köhlmeier – alles Preisträger der vergangenen 50 Jahre – bei den Rauriser Literaturtagen lesen und im Netz übertragen.


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