AK-Chef Zangerl: „Viele werden in die Notstandshilfe gedrängt“

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Viele Tourismus-Mitarbeiter könnten in die Notstandshilfe rutschen.
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Innsbruck – Beschäftigte, besonders im Tourismus, geraten Corona-bedingt immer mehr unter Druck. Grund dafür seien die Bestimmungen beim Arbeitslosengeld, durch die viele in die Notstandshilfe gedrängt werden, meint Tirols Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl. Er fordert deshalb in einer Aussendung am Donnerstag die Anpassung der Fristen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Laut dem AK-Chef sollte „nicht nur die Notstandshilferegelung bis zum Ende der Pandemie weitergeführt und auf ein ständiges Verlängern im Dreimonatsrhythmus verzichtet werden“. Man müsse auch die Arbeitslosengeld-Fristen bis zum Ende der Pandemie anpassen. „Die Einstellungszusagen im Tourismus hat man klaglos verlängert, davon haben die Beschäftigten aber nichts, wenn sie nicht arbeiten können“, so Zangerl. Für sie gebe es ja keine Ausfallsentschädigungen, sie hätten nur die Verluste zu tragen. Zangerl nannte als Beispiel eine Person, die Anspruch auf 20 Wochen Arbeitslosengeld hat und momentan gezwungenermaßen seit Ende der Sommersaison arbeitslos ist. Diese 20 Wochen Arbeitslosengeld würden in Kürze aufgebraucht sein, die Person rutsche in die Notstandshilfe.

Sollte die Hotellerie im Mai öffnen dürfen, werde man im Herbst feststellen, dass kein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, so Zangerl. Denn dieser gelte nur, wenn man in den vergangenen zwölf Monaten 28 Wochen arbeitslosenversichert war. Maximal könne aber heuer im Tourismus zwischen 16 und 18 Wochen gearbeitet werden. In Summe komme es hier wieder zu finanziellen Einbußen – bis hin zur Verringerung der Alterspension.

„Je länger die Pandemie aber dauert, umso mehr müssen wir dafür sorgen, dass die Menschen nicht ständig um ihre Existenz zittern müssen“, kritisiert Zangerl. (TT)

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