Lieferprobleme bei AstraZeneca: Impfstoff-Mangel mit Sprengkraft

Immer wieder AstraZeneca: Die Lieferung für diese Woche bleibt aus, zugleich deuten Infektionszahlen auf eine leichte Entspannung hin. Sputnik V löst politische Beben in EU-Regierungen aus.

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Auf solche Pakete mit AstraZeneca-Impfstoff hat Österreich diese Woche vergeblich gewartet.
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Wien, Innsbruck, Prag – Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca wird weiterhin in allen Bundesländern für alle Altersgruppen eingesetzt. Das ist das Ergebnis einer Videokonferenz des Gesundheitsministeriums mit den Landesgesundheitsreferenten am Donnerstagvormittag. Damit bleibt der österreichische Impfplan unverändert – im Gegensatz zu jenen vieler anderer Länder, wo der AstraZeneca-Einsatz eingeschränkt wurde. Das Vakzin wird hierzulande also weiter an alle Erwachsenen verimpft – sofern der Impfstoff überhaupt in Österreich eintrifft.

Denn einmal mehr gibt es Lieferschwierigkeiten beim schwedisch-britischen Hersteller. Diese Woche ist überhaupt kein AstraZeneca in Österreich angekommen. Die Lieferung werde vermutlich erst am Montag eintreffen, hieß es in einer Aussendung des Herstellers am Nachmittag. Diese Sendung kommt allerdings nicht nur zu spät, sie wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums auch sehr viel weniger als die eigentlich vorgesehenen Dosen umfassen: Statt 50.900 werden es nur 26.400 sein.

In Tirol wurde der AstraZeneca-Ausfall bereits in der Impfplanung für kommende Woche berücksichtigt, heißt es beim Land. Erwartet werden demnach insgesamt 10.400 Dosen – 8190 von BioNTech/Pfizer und 2200 von AstraZeneca. Das sind deutlich weniger als diese Woche, wo insgesamt 17.000 Dosen aller drei Hersteller in Tirol angekommen sind. Für die übernächste Woche will das Land noch keine Prognose abgeben, weil sich die Zuteilung durch den Bund noch verändern könne.

Andreas Pernsteiner (Generalmajor): „Verlässliche Lieferungen wirken sich günstig auf das Einhalten von Impfplänen aus.“
© APA

Der kurzfristige Ausfall von Lieferkapazitäten wie jener bei AstraZeneca komme bei anderen Impfstoffherstellern nicht vor, betonte Generalmajor Andreas Pernsteiner vom Verteidigungsministerium gestern. Er verwies speziell auf BioNTech/Pfizer, wo Lieferzusagen stets verlässlich umgesetzt würden und Termine halten, was sich günstig auf die logistische Abwicklung und das Einhalten von Impfplänen auswirke.

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Für politische Sprengkraft sorgt unterdessen der russische Impfstoff Sputnik V, der noch keine EU-Zulassung hat, den aber viele Länder aufgrund des Impfstoffmangels wollen – darunter auch Österreich und Deutschland.

In Tschechien musste der Gesundheitsminister Jan Blatny angeblich auf Verlangen des pro-russischen Präsidenten Milos Zeman gehen, weil Blatny gegen eine nationale Notfallzulassung für Sputnik V war. Und in der Slowakei musste Ende März Premier Igor Matovic zurücktreten, weil er entgegen einem Regierungsbeschluss den Impfstoff bestellt hatte.

Der Impfstoff-Beauftragte der EU-Kommission, Thierry Breton, versuchte gestern, die ausgebrochene Sputnik-V-Hektik etwas einzubremsen. Das russische Vakzin könne kurzfristig nicht helfen. Und ab Ende Juni habe die EU selbst genügend Impfstoff, gibt er sich optimistisch. (sta)


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