Austausch per Videokonferenz: Langer Weg zur Dreiländerbahn über Reschen

Videokonferenz brachte Annäherung, aber noch keine Einigung auf gemeinsames Projekt.

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Im Innovationszentrum LanTech: Die Oberländer Initiative „Pro Reschenbahn“ konferierte mit Südtiroler und Engadiner Proponenten.
© Helmut Wenzel

Landeck – Die Bahnverbindung München-Mailand über den Reschen ist die große Vision. Ein Teilprojekt – das von LH Günther Platter 2020 proklamierte Alpenschienenkreuz in der Dreiländerregion Österreich-Italien-Schweiz – steckt im intensiven Diskussionsprozess in Hinblick auf die Machbarkeit. Zuletzt gab es aber unterschiedliche Meinungen zur Trassenführung.

Vor diesem Hintergrund lud die Oberländer Initiative „Pro Reschenbahn“ kürzlich zur Konferenz in Landeck, per Video zugeschaltet waren Engadiner und Südtiroler Proponenten. Ekkehard Allinger-Csollich, Leiter der Abteilung Verkehrsplanung beim Land Tirol, dämpfte allzu große Erwartungen bei der Realisierung des Milliardenprojekts: „Technische Kommissionen in den drei Ländern haben die Aufgabe, bis Jahresende einen gemeinsamen Vorschlag inklusive Empfehlung an die Politik auszuarbeiten.“ Zudem müsse man wissen, dass Bund und ÖBB fünfjährige Zielnetze (Rahmenpläne für Infrastrukturinvestitionen) definieren. Derzeit hätten der zweigleisige Bahnausbau der Arlbergstrecke sowie Projekte im Osten Österreichs klaren Vorrang. Um ins „Zielnetz 2040“ zu kommen, müsse man weiterhin aktiv bleiben. „Es ist ein langer Weg. Wenn feststeht, dass auch die EU mitfinanziert, könnte eine Vorreihung gelingen“, zeigte Allinger-Csollich auf.

In der Debatte gab es Plädoyers, sich von den „bilateralen Projekten“ (Mals-Scuol, Scuol-Landeck und Landeck- Mals) zu verabschieden. Zielvorgabe müsse hingegen ein „trilaterales Projekt“ sein – ein Schienenstrang, der Land­eck, den Vinschgau und das Engadin verknüpft. Eine Schlüsselrolle als Eisenbahn-Drehkreuz spiele der Sellesberg bei Nauders. (hwe)

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