Kunstsammler Franz Wojda 81-jährig gestorben

  • Artikel
  • Diskussion

Der aus Kärnten stammende Manager, Betriebswirtschafter, Universitätsrat und Kunstsammler Franz Wojda ist gestorben. Das gab die Galeristin Rosemarie Schwarzwälder am Samstag bekannt. „Seine Leidenschaft für die zeitgenössische Kunst war sprichwörtlich und durchdrang sein Leben“, hieß es. „Unsere jahrelange Freundschaft und persönliche Verbundenheit basierte auf seiner und meiner unermüdlichen und quasi unersättlichen Neugierde und Begeisterung für Kunst.“

Wojda wurde am 29. Oktober 1939 in Mühldorf (Kärnten) geboren. Er studierte Betriebswissenschaften an der damaligen Technischen Hochschule Wien, wo er in der Folge als Universitätsassistent am Arbeitswissenschaftlichen Institut arbeitet, promovierte und sich habilitierte (Habilitationsgebiet: Arbeitsorganisation und Arbeitstechnik). 1975 wurde Wojda zum Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre und Vorstand des Arbeitswissenschaftlichen Instituts der Technischen Universität Wien berufen und war bis zu seiner Emeritierung im September 2008 an dem Institut tätig. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit war die Entwicklung der Arbeitswelt, Gestaltung von Büro- und Industriegebäuden und Arbeitsorganisation.

Im Rahmen der universitären Selbstverwaltung war er u.a. von 1996 bis 2001 der erste Vorsitzende des neuinstallierten Senats der TU Wien, die ihn zu seinem 70. Geburtstag zum Ehrensenator ernannte. 2001 war er auch Sprecher der obersten Kollegialorgane der Universitäten Österreichs. Daneben fungierte Wojda von 1974 bis 1999 als Geschäftsführer und Gesellschafter der agiplan Planungsgesellschaft Wien und war Eigentümer der Wojda Gesellschaft mbH, Wien. 1989 bis 1994 baute er die KPMG Management Consulting GmbH in Österreich auf und war Vorsitzender der Geschäftsführung.

Wojda war 2003 bis 2008 Vorsitzender des Uni-Rats der Universität für Angewandte Kunst, 2002 bis 2011 stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums des Museums für Moderne Kunst (mumok), wo 2005 in der Ausstellung „Entdecken und Besitzen“ ein kleiner Ausschnitt aus seiner mit seiner 2011 verstorbenen Frau Sigrid aufgebauten Sammlung zu sehen war. Ihre erste gemeinsame Erwerbung war 1971 eine Arbeit von Arnulf Rainer. Das Museum Moderner Kunst Kärnten widmete der Privatsammlung im Frühjahr 2012 eine Ausstellung. 2015 veröffentlichte er das Buch „Das Sammeln zeitgenössischer Kunst“.


Kommentieren


Schlagworte