„Die Knochen schmerzen, aber es fühlt sich gut und richtig an“

Zäher Start, starkes Ende: Der 45:18-Sieg der Swarco Raiders in Graz schmeckte Adrian Platzgummer. Die Freude über die Rückkehr überwog jeden Bluterguss.

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Teil der gegen die Graz Giants auftrumpfenden Raiders-Offensive: Adrian Platzgummer auf dem Weg in die Endzone.
© Goran Milosavljevic

Von Daniel Suckert

Innsbruck – Sonntagmittag hatte Wide Receiver Adrian Platzgummer bereits vorbildlich sein Trainingsprogramm abgespult. Dass die Knochen etwas schmerzten, lächelte der Vorzeige-Footballer weg. Die Freude über die Rückkehr überwog jeden Bluterguss.

„Am Anfang war es etwas zäh“, ließ Platzgummer, der einen Touchdown (6 Catches für 97 Yards) beisteuer­n konnte, das erste Viertel gegen die Graz Giants Revue passieren. „Wenn du eineinhalb Jahre nicht am Rasen stehst, fühlt sich das einfach eigenartig an.“ Dass es etwas dauerte, den Rost abzuschütteln, war zu erwarten. Umso glücklicher war man dann im Raiders-Lager, als es ab dem zweiten Viertel funktionierte.

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Nach vier Vierteln und dem klaren Auftakterfolg bei den Giants saß man dann mit einem breiten Grinser im Bus: „Wir haben uns angeschaut und gesagt: ,Die Knochen schmerzen, aber es fühlt sich gut und richtig an.‘ So wie es sein muss.“

Der Weg zum ersten Spiel war lange, vier bis fünf Tests müssen die Tiroler Footballer in der Woche absolvieren. Eine Blase, wie sie die Profis haben, gibt es im Amateur-Bereich nicht. Trotzdem haben Platzgummer und Co. ein „Gentlemen’s Agreement“ abgeschlossen: „Wir versuchen, so gut wie möglich unter uns zu bleiben, treffen uns nur mit getesteten Personen und wollen alle anderen schützen. Schließlich studieren und arbeiten viele von uns.“

In zwei Wochen wartet der Erzrivale Vienna Vikings. Und die sieht Platzgummer (noch) im Vorteil. Noch seien sie als Favoriten einzustufen, da sie im Vorjahr ein paar Spiele bestritten, während die Raiders auf ein Antreten verzichteten: „Sie stehen voll im Saft, wir haben noch keine schwer­e Situation erlebt. Wir wissen noch nicht ganz, wie gut wir wirklich sind.“

Die Antwort bekommen die Innsbrucker spätestens in zwei Wochen. Bis dahin wird der Körper geschont, trainiert und bis zu fünfmal getestet: „Ich dachte, daran würde ich mich gewöhnen. Bis jetzt ist das nicht so.“


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