18 Kandidaten und kein Favorit bei Präsidentenwahl in Peru

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Nach einem turbulenten Jahr mit drei Staatschefs wählen die Peruaner am Sonntag einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament. Mehr als ein Dutzend Kandidaten bewerben sich um das höchste Staatsamt in dem lateinamerikanischen Land. In der ersten Runde dürfte sich keiner der Kandidaten durchsetzen - selbst die stärksten Bewerber kamen in den jüngsten Umfragen nicht über zehn Prozent der Stimmen. Eins Stichwahl am 6. Juni gilt als so gut wie sicher.

Zu den aussichtsreichsten Kandidaten für den Einzug in die Stichwahl zählen der Populist Yonhy Lescano, der Wirtschaftswissenschafter Hernando de Soto, die linke Ex-Abgeordnete Verónika Mendoza, die Tochter des früheren Machthabers Alberto Fujimori, Keiko Fujimori, und der ultrakonservative Unternehmer Rafael López.

„Dies sind sehr wichtige Wahlen“, sagte Interimspräsident Francisco Sagasti nach der Stimmabgabe. „Wir haben nicht nur das Privileg und das Recht, sondern auch die Pflicht, wählen zu gehen.“ Der Übergangspräsident tritt bei der Wahl nicht selbst an. „Ich glaube, es ist an der Zeit für einen Wechsel“, sagte Mendoza am Wahltag bei einem traditionellen Frühstück auf dem Hof ihres Vaters im Distrikt Andahuaylillas im Süden von Peru. „Ich bin guten Mutes“, sagte Fujimori vor dem Sitz ihrer Partei rechten Partei Fuerza Popular. Sie rief die Kandidaten dazu auf, das Wahlergebnis zu akzeptieren.

Der größte Wählerblock sind die Unentschiedenen. In der ersten Runde dürfte sich deshalb keiner der Kandidaten durchsetzen. Das vergangene Jahr war von einem erbitterten Konflikt der Regierung mit dem Kongress geprägt. Zunächst drängten die Parlamentarier Präsident Martín Vizcarra aus dem Amt, dann warf dessen Nachfolger Manuel Merino nach heftigen Protesten das Handtuch. Derzeit wird das südamerikanische Land vom Übergangspräsidenten Francisco Sagasti geführt.

Nach einer Reihe von Skandalen und Winkelzügen ist das Vertrauen der Bürger in die politische Klasse des Andenstaats tief erschüttert: Gegen etwa die Hälfte der Parlamentarier wird wegen verschiedener Vergehen ermittelt. Das künftige Staatsoberhaupt muss zunächst das Vertrauen in die Politik wieder herstellen: Weniger als die Hälfte der Peruaner halten die Demokratie für die beste Regierungsform.


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