Ecuador wählt zwischen Linkspolitiker und rechtem Banker

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Inmitten der Corona-Pandemie und einer schweren Wirtschaftskrise haben die Ecuadorianer am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt. In der zweiten Runde der Präsidentenwahl treten der konservative Banker Guillermo Lasso und der Linkskandidat Andrés Arauz gegeneinander an. In den jüngsten Umfragen liegen beide Kandidaten fast gleichauf bei etwa 50 Prozent der Stimmen.

Arauz gilt als Zögling des früheren Präsidenten Rafael Correa. Im Falle eines Wahlsiegs dürfte er an die Politik des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ seines Ziehvaters anknüpfen, Subventionen erhöhen und sich gegen das vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geforderte Sparprogramm stemmen.

Lasso hingegen steht für eine liberale Wirtschaftspolitik. Er will Arbeitsplätze schaffen und ausländische Investoren anlocken. Der 65-Jährige ist Mitglied der ultrakonservativen Vereinigung Opus Dei und spricht sich strikt gegen gleichgeschlechtliche Ehen sowie Abtreibung aus.

„Am Montag werden wir einen neuen gewählten Präsidenten haben. Wir machen das mitten in einer Pandemie und einer Impfkampagne. Wir wünschen der neuen Regierung alles Gute“, sagte Vizepräsidentin María Alejandra Muñoz am Sonntag. „Wir sind bereit für eine geordnete Machtübergabe.“

Das südamerikanische Land steckt wegen des Verfalls der Ölpreise und der Corona-Pandemie in einer tiefen Wirtschaftskrise. Der bisherige Präsident Lenín Moreno war zuletzt in der Wählergunst stark abgerutscht und hatte sich gar nicht erst zur Wiederwahl gestellt.

Die Staatsverschuldung in Ecuador beträgt mit umgerechnet rund 54 Milliarden Euro 63 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Auch die Corona-Pandemie hat das Andenland hart getroffen. Mehr als 340.000 Infizierte und mehr als 17.000 Corona-Tote wurden registriert. Die Krankenhäuser des Landes sind überlastet. Außerdem hat die Arbeitslosigkeit in Ecuador durch die Corona-Krise deutlich zugenommen.

Arauz und Lasso wollen beide vorerst an der Öl-Förderung im Amazonasgebiet festhalten, dessen Urwälder für das Erdklima eine wichtige Rolle spielen. Die Ausbeutung von Bodenschätzen hat einen wichtigen Anteil an der Wirtschaftsleistung des Landes.

Zuletzt hatte laut dem Internetportal „amerika21.de“ der offene Streit innerhalb des einflussreichen indigenen Dachverbands Conaie für Aufmerksamkeit gesorgt. Deren Präsident, Jaime Vargas, hatte öffentlich seine Unterstützung für Arauz bekanntgebeben und sich damit gegen eine zuvor getroffene Absprache gestellt, den Wählern eine ungültige Stimmabgabe „aus ideologischen Gründen“ zu empfehlen. Daraufhin wurde er von Pachakutik, dem politischen Arm des Conaie, ausgeschlossen. Der Pachakutik-Kandidat in der ersten Runde, Yaku Pérez, war als Drittplatzierter knapp ausgeschieden.


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