Linkspolitiker Arauz ruft sich zum Wahlsieger in Ecuador aus

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Bei der Präsidentenwahl in Ecuador hat sich der linksgerichtete Kandidat Andrés Arauz noch vor der Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses zum Sieger ausgerufen. „Wir haben gewonnen!“, rief Arauz vor Anhängern am Sonntag im Zentrum von Quito unter Berufung auf Nachwahlbefragungen und trotz eines äußerst knappen Rennens. Arauz sprach von einem Vorsprung von 1,6 Prozentpunkten vor seinem konservativen Konkurrenten Guillermo Lasso in der Stichwahl in dem südamerikanischen Land.

„Dieser Sieg muss natürlich durch die offiziellen Ergebnisse bestätigt werden, was sehr bald sein wird“, fügte Arauz hinzu. Kurz zuvor hatten die Wahllokale in Ecuador geschlossen. Der Nationale Wahlrat begann mit der Veröffentlichung erster Ergebnisses der Wahl eine Stunde früher als vorgesehen, allerdings war daraus noch keine klare Tendenz ablesbar. In Fernsehsendern verbreitete Nachwahlbefragungen sahen teils ein Kopf-an-Kopf-Rennen, teils auch einen Vorteil für Lasso, der nach der Schließung der Wahllokale zunächst keine Stellungnahme abgab.

Der linksgerichtete Wirtschaftswissenschafter Arauz hatte die erste Wahlrunde im Februar überraschend deutlich gewonnen. Der rechtskonservative Ex-Banker Lasso war mit einem deutlichen Abstand in die Stichwahl gekommen. In Umfragen lag der 36-jährige Arauz zuletzt aber nur knapp vor seinem 65-jährigen Rivalen.

Arauz trat für das Bündnis Union der Hoffnung an. Vor seiner Präsidentschaftskandidatur war der 36-jährige Linkspolitiker nahezu unbekannt in Ecuador. Allerdings war er von Ecuadors langjährigem linksgerichteten Staatschef Rafael Correa gefördert worden, der mittlerweile wegen eines Korruptionsurteils im Exil lebt. Am 24. Mai soll der Wahlsieger von Staatschef Lenín Moreno die Amtsgeschäfte übernehmen.

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