Gemeinde Obertilliach bietet mietbare Büroplätze für jedermann

Ein Gemeinschaftsbüro soll Pendlern in Obertilliach bald die Möglichkeit geben, regelmäßig von ihrem Heimatort aus zu arbeiten.

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In Obertilliach möchte die Gemeinde ab dem Sommer mietbare Co-Working-Arbeitsplätze anbieten. Heimische Pendler und Gäste könnten diese Infrastruktur gleichermaßen für sich nutzen, ist man überzeugt. (Symbolfoto)
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Von Christoph Blassnig

Obertilliach – Mehrere Osttiroler Gemeinden sind aktuell dabei, Co-Working-Büros einzurichten. Dabei handelt es sich um mietbare Arbeitsumgebungen samt Infrastruktur wie Schreibtischen und technischen Geräten wie etwa Druckern. Eine Grundvoraussetzung für einen solchen Arbeitsplatz ist die schnelle Anbindung an das Internet. Ähnlich wie das Home-Office ermöglicht ein Co-Working-Space die Arbeit für entfernt gelegene Arbeitgeber oder Kunden. Vor allem kleine Gemeinden auf dem Land sehen darin eine Möglichkeit, neue Arbeitsplätze zu schaffen, vielleicht sogar die Gründung eines Unternehmens zu erleichtern oder, im besten Fall, attraktiver für Heimkehrer nach ihrer Ausbildung oder für Zuzügler zu werden. Ein solches Projekt ist in Kals in Planung. Etwas weiter ist man bereits in Obertilliach, wo seit dem letzten Jahr auch schon eine Glasfaser-Internetleitung besteht. „Wir möchten die Räumlichkeiten bis zum Sommer anbieten können“, erklärt Bürgermeister Matthias Scherer.

Im Gemeindehaus werden leerstehende Räume, in denen früher die Polizei untergebracht war, umgebaut. „Leider fehlen uns die Mittel, um grundlegend sanieren und bestens ausstatten zu können“, bekennt der Bürgermeister, dem bewusst ist, dass auch bei Räumlichkeiten der erste Eindruck wichtig ist. Dennoch sollen in einem ersten Schritt drei Arbeitsplätze und ein Besprechungszimmer zur Verfügung gestellt werden. „Wir haben bereits eine Zusammenarbeit mit Unterkunftgebern besprochen“, sieht Scherer die Möglichkeit, eine zeitweilige Nutzung auch Urlaubern anbieten zu können. „Ein Gast kann sich beispielsweise für eine Videokonferenz einmieten und dann wieder in sein Hotelzimmer zurückkehren, um weiterhin seinen verdienten Urlaub zu genießen.“ Ebenso könnten heimische Arbeitnehmer, die bisher wochentags zu ihren Arbeitsplätzen zum Beispiel nach Lienz auspendeln, in Absprache mit ihren Arbeitgebern für ein bis zwei Tage in der Woche von ihrem Heimatort aus arbeiten. Scherer nennt eine Versicherung sowie eine Steuerberatung als Beispiele für Arbeitgeber, die ihr Einverständnis für solche Übereinkommen bereits in Aussicht gestellt hätten.

Das Geld fehlt der Gemeinde Obertilliach auch wegen des Rekordwinters: Die Kosten allein für die Schneeräumung haben sich im Vergleich zu anderen Jahren auf 150.000 Euro vervierfacht.


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