Italiens Kulturminister fordert raschen Kultur-Neustart

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Der italienische Kulturminister Dario Franceschini plädiert für den Neustart von Theater, Kinos und Konzertsälen. In einem eindringlichen Appell an das wissenschaftliche Komitee CTS, das die Regierung in Sachen Coronavirus berät, betonte Franceschini, dass die Kultur nicht mehr länger auf den Neustart warten könne.

So urgierte der Minister eine Verdoppelung der maximal zulässigen Eintrittskarten sowohl bei Veranstaltungen im Freien als auch im Innenbereich. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen seien für Kulturevents notwendig, deren Kosten jedoch weder auf das Publikum noch auf die Betreiber fallen können, die durch die Wirtschaftskrise bereits zu sehr belastet sind. „Der Kultursektor ist am Ende seiner Kräfte. Wir müssen für den Neustart arbeiten, denn Kultur ist genauso essenziell wie die Schule“, sagte der sozialdemokratische Minister.

Franceschini arbeitet an Lösungen, damit Kino, Theater, Musik, Ballett und andere Kulturevents neu starten können. Der Vorschlag, Corona-Tests und das Tragen von FFP2-Masken zwingend vorzuschreiben, wurde vom Verband der Kinobetreiber Agis abgelehnt. „Das wäre ein Element der sozialen Diskriminierung sowie ein weiterer Abschreckungsfaktor“, betonte der Verbandschef Carlo Fontana. Er wies darauf hin, dass selbst die Kosten für die Masken, wenn sie den Betreibern der Veranstaltungsorte in Rechnung gestellt würden, nicht tragbar wären.

Minister Francescini versicherte, dass jene Vorsichtsmaßnahmen erhalten bleiben, die bereits im vergangenen Jahr bei Kulturveranstaltungen galten, und zwar die Maskenpflicht, die Einhaltung von Abständen und das Verbot der Konsumation von Speisen. Er engagiere sich dafür, dass die in den aktuellen Protokollen festgelegte Kapazität erhöht werde. Die Protokolle sehen derzeit vor, dass maximal 200 Personen im Innenbereich, 400 im Außenbereich zugelassen werden können.

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Laut Franceschini könnten bei besonderen Situationen Konzerte oder Veranstaltungen im Freien mit einigen tausenden Zuschauern stattfinden, wenn diese sich Testungen unterziehen. Die Kosten für Tests und Masken könnten vom Staat, den Regionen oder vielleicht von einem Sponsor getragen werden, um weder die Zuschauer noch die Organisatoren zu belasten, argumentierte Franceschini.

Verbände von Kulturschaffenden arbeiten seit Monaten, um dem Showbusiness eine Zukunft zu garantieren. So wird an umfangreichen Konzepten in Hinblick auf den Neustart gefeilt. Autoren, Aussteller, Künstler und Produzenten drängen darauf, dass die Zahl der zugelassenen Besucher der Größe der Räume oder Außenanlagen angepasst wird. Sie fordern die Genehmigung, Speisen und Getränke zu verkaufen, und dass der Staat die Kosten für Investitionen in die Sicherheit berücksichtigt.


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