Bewohner von Galtür stimmen am 25. April über Hallenbad ab

Nach Wörgl stellt am 25. April Galtür die Wahlurnen auf. Es geht um ein Hotelprojekt, das eng mit der Zukunft des Bades verknüpft ist.

  • Artikel
  • Diskussion
Das Galtürer Hallenbad aus dem Jahr 1969 beschert der Gemeinde einen Betriebsabgang von bis zu 300.000 Euro jährlich.
© TVB Paznaun-Ischgl

Galtür – „Soll die Gemeinde Galtür, um ein Schließen des Hallenbades zu verhindern, eine Kooperation mit der Jufa-­Gruppe eingehen?“ – Im 800-Seelen-Dorf ist die Bevölkerung aufgerufen, am Sonntag, 25. April, diese Frage mit Ja oder Nein zu beantworten.

Die Vorgeschichte zur dieser Volksbefragung reicht bis 2015 und eigentlich bis 1969 zurück, wie Bürgermeister Toni Mattle am Mittwoch schilderte. Das Hallenbad, das der Fremdenverkehrsverband bauen ließ, war damals eine Sensation. Unzählige Kinder, sogar aus Landeck, lernten dort schwimmen. Die Kennziffern waren jedoch nie schwarz, sondern tiefrot, wie bei den meisten öffentlichen Bädern auch. „Die Gemeinde ist dann in den Besitz des Bades gekommen wie die Jungfrau zum Kind“, fasst Mattle die einigermaßen turbulente Chronik zusammen. Womit die Gemeinde auch den Betriebsabgang in Höhe von bis zu 300.000 Euro jährlich habe stemmen müssen. 2015 sei klar geworden, dass man das Bad nur halten kann, wenn sich ein Partner beteiligt. „Wir haben jemanden gesucht, der bereit ist, ein nachhaltiges Konzept mitzutragen.“ So sei man zu den Jufa-Hotels gekommen – das Kürzel Jufa steht für Jugend und Familie.

Laut Konzept ist im Umfeld des Hallenbades ein Jufa-Hotel mit 180 Betten geplant. Jufa soll das Bad modernisieren, mit energiesparender Technologie ausstatten sowie einen Sauna- und Wellnessbereich einbauen. Der Bevölkerung soll das Bad dann weiter zur Verfügung stehen.

„Mit Jufa als Partner kann der Betriebsabgang deutlich reduziert werden“, hob der Bürgermeister hervor. Der Gemeinderat stehe geschlossen hinter dem Projekt.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Warum die Volksbefragung? – Am 17. März tauchte eine „Initiativgruppe Zukunft Galtür“ im Gemeindeamt auf. Jemand aus der Gruppe habe eine Petition mit der Forderung nach Mitsprache übergeben, hieß es gestern im Gemeindeamt. „Wir wissen nicht, wer die Leute sind.“ Die Initiative halte sich bedeckt, auf einer Unterstützerliste seien aber 160 Namenskürzel angeführt.

Trotz der Unklarheiten über die Gruppe wolle man deren Anliegen ernst nehmen und bereite daher die Volksbefragung vor, sagte Mattle. Ab einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent sei das Ergebnis der Befragung für den Gemeinde­rat bindend. (hwe)


Kommentieren


Schlagworte