Tiroler Wohnungspreise stiegen in fünf Jahren um 38 Prozent

Tirol hatte 2020 den zweithöchsten Preisauftrieb bei Eigentumswohnungen. Einstiegsschwelle für sozial Schwächere ist zu hoch.

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Die billigsten Eigentumswohnungen in Tirol kosten mehr als durchschnittliche Wohnungen in anderen österreichischen Bundesländern.
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Wien – Anhaltend niedrige Zinsen und die Verunsicherung durch die Corona-Pandemie haben im vergangenen Jahr zu einer weiter steigenden Nachfrage nach Eigentumswohnungen geführt, insbesondere bei Anlegern. Die Preise legten 2020 erneut zu. Tirol war mit einem Anstieg der Preise bei den verbücherten Eigentumswohnungs­verkäufen von 9,4 Prozent wieder im Spitzenfeld. Österreichweit legten die Wohnungspreise nämlich im Schnitt nur um 4,3 Prozent zu, wie Daten des Immobilienmarktexperten Remax zeigen.

Nur im Burgenland war der Preisanstieg mit 10,4 Prozent höher als in Tirol. Jedoch sind die Wohnungspreise im Burgenland mit im Schnitt 121.330 Euro wesentlich günstiger als in Tirol, wo man im Jahr 2020 durchschnittlich 278.838 für eine Eigentumswohnung berappte. Bei den durchschnittlichen Wohnungspreisen liegt Tirol damit hinter Vorarlberg (310.720 Euro) an zweiter Stell­e.

Den größten Preisanstieg verzeichnete tirolweit der Bezirk Schwaz mit einem durchschnittlichen Preisanstieg innerhalb eines Jahres von 16,6 Prozent auf im Schnitt 257.318 Euro. Dahinter folgen Innsbruck-Stadt mit plus 10,4 Prozent auf 308.136 Euro und Innsbruck-Land mit einem Anstieg von 8 Prozent auf 269.559 Euro. In Reutte und Landeck sanken gleichzeitig die Durchschnittspreise bei den verkauften Wohnungen um 12,8 bzw. 12,1 Prozent auf 168.099 Euro bzw. 280.228 Eur­o. Am wenigsten zahlte man für die eigenen vier Wände im Bezirk Lienz mit 159.943 Euro (+6,1 Prozent). Am höchsten sind die Wohnungspreise im Bezirk Kitzbühel mit im Schnitt 424.969 Euro (+7,3 Prozent).

Im Fünfjahresvergleich zogen die Preise für Eigentumswohnungen in Tirol um deutlich mehr als ein Drittel (38 Prozent) an.

Sozialpolitisch bedenklich ist laut Remax die Höhe des unteren Preisviertels. Ob sich sozial Schwächere Wohnungseigentum in einem bestimmten Gebiet leisten können, hänge von der Einstiegsschwelle ab. Die ist in Tirol mit 179.000 Euro höher als die Durchschnittspreise in Niederösterreich, Kärnten und der Steiermark und liegt auch über der Untergrenze zum teuersten Viertel im Burgenland. (TT)


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