Tokio-Spiele könnten Doppel mit Thiem/Melzer bringen

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Die Chancen des seit Februar als Sportdirektor des Österreichischen Tennis-Verbandes (ÖTV) fungierenden Jürgen Melzer auf seine vierte Olympia-Teilnahme sind gestiegen. Ging seine erste Option über das Antreten des langzeitverletzten Alexander Peya, zeichnet sich als Alternative nun ein Antreten des bald 40-Jährigen mit Dominic Thiem ab. Der im Einzel für die Spiele fix qualifizierte US-Open-Sieger hat Melzer nach Anfrage sein Okay gegeben, dass er mit ihm spielen würde.

„Es kam ein eindeutiges ‚Ja‘ von ihm“, berichtete Melzer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vom diesbezüglichen Gespräch mit Thiem. „Das wäre also eine Möglichkeit, dass wir gemeinsam im Doppel dort antreten.“ Thiem habe mit einem Zwinkerer auch gemeint, warum es da nicht mit einer Medaille klappen sollte. Wichtig sei für Melzer, dass Thiem Olympia ernst nehme. „Er hat richtig Bock darauf anzutreten. Das ist auch für mich in der Doppelfunktion auch extrem wichtig, dass er voll motiviert anreist.“

Melzer hat punkto Spielverständnis mit Thiem keine Bedenken. „Wir haben letztes Jahr oder die Jahre davor miteinander gespielt, das hat eigentlich immer ganz gut funktioniert“, führte der Deutsch Wagramer aus. „In so einem Turnier kann dann schon viel passieren. Ich würde mich freuen, wenn es dazu kommt, dass ich, wenn ich schon dort bin, mitspielen kann.“ Das könne aber natürlich auch mit Peya sein, sofern dieser fit werde. In dieser Hinsicht werde es freilich immer knapper.

„Beim Alex ist es so, dass er im Moment noch kämpft“, berichtete Melzer auf Nachfrage der APA - Austria Presse Agentur. Peya müsse schmerzfrei sein und mehrere Wochen hintereinander spielen und Turniere bestreiten. „Das war am Anfang vom Jahr gegeben. Dann ist es schlechter geworden, dann ist er umgeknickt und hat sich am Sprunggelenk etwas gemacht“, erläuterte Melzer. „Schön langsam muss was weitergehen, damit er sich optimal vorbereiten kann. Es bringt nichts, nur einfach hinzufahren.“

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Für Thiem hingegen sei als im Einzel (aktueller) Weltranglistenvierter die Chance groß, eine Medaille zu machen. „Er ist unsere Speerspitze“. Melzer selbst sei gut im Training. „Ich habe in den letzten Wochen wieder mehr trainiert, um mich in Form zu bringen für Paris, Wimbledon. Zu Olympia muss ich auch in Form sein. Auch bei den US Open, das wären die großen Turniere, die ich heuer noch spielen kann.“ Fix eingeplant für Olympia ist auch das Doppel Philipp Oswald/Oliver Marach.

Im Gegensatz zu Melzer stehen einige andere vor ihrer Olympia-Premiere, so Schwimmerin Marlene Kahler. Die 20-Jährige hat vergangene Woche in Stockholm den knapp elf Jahre alten österreichischen Rekord von Nina Dittrich über 1.500 m Kraul klar verbessert, ist sonst auch über 800 m Kraul für die Spiele qualifiziert. In der aktuellen Weltrangliste liegt Kahler auf der langen Krauldistanz auf Rang 20, ein Einzug ins Olympia-Finale der Top Acht sei daher aktuell ein sehr hohes Ziel.

„Das ist noch ein ordentliches Stück Arbeit, aber ich bin noch sehr jung“, meinte die Kraul-Spezialistin im Ausblick auf künftige Olympische Spiele. Die Qualifikation für 400 m Kraul hat sie im Kopf, im Grunde schätzt sich Kahler aber derzeit auf den längeren Strecken stärker ein. In der zweiten Mai-Hälfte tritt sie bei den Europameisterschaften in Budapest ab. Ein Höhentrainingslager in der Sierra Nevada musste gestrichen werden, dafür geht es diesen Freitag in ein dreiwöchiges Camp auf 1.800 m in die Türkei.

Fast als Olympia-Quereinsteiger ist Peter Herzog zu bezeichnen. Er kommt ursprünglich aus der Hobby-Laufszene und war 2016 in Rio de Janeiro weit davon entfernt, an eine Olympia-Teilnahme zu denken. „Die letzten Jahre waren bei mir sehr rasant“, sagte der 33-Jährige bei der Pressekonferenz und erwähnte die vielen helfenden Hände. „Ich habe ich mich Stück für Stück nach vorne gekämpft.“ Aktuell habe er freilich einen Muskelfaserriss, steckt daher wieder im Grundlagentraining und in der Ausdauerarbeit.

„Am Ende möchte ich am 8. August beim Marathon in Sapporo an der Startlinie stehen“, formulierte Herzog sein oberstes Ziel. Die Marathon-Läufe waren hitzebedingt von Tokio in die Olympiastadt 1972 ausgelagert worden, die Eigenheiten des dortigen Rundkurses wird Herzog mit seinem derzeit nach einen Radunfall am Oberarm verletzten Trainers Hannes Langer durchgehen. Am 20. Mai soll es in ein Höhentrainingslager in St. Moritz gehen, von dort im Juli direkt zur Akklimatisierung nach Sapporo.


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