Sanierung: Schloss Tratzberg und sein „goldenes Dachl“

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Die neuen Schindeln lassen das Dach von Schloss Tratzberg derzeit golden wirken.
© Schloss Tratzberg

Stans – Dachdecken kann zu einer langwierigen Angelegenheit werden. Jedenfalls dann, wenn die Dachfläche 5000 m² groß ist und in Dreifach-Deckung mit Holzschindeln zu belegen ist. „Ich habe wenige Jahre nach der Schlossübernahme im Jahr 1991 mit der Dachsanierung begonnen. Jetzt, nach 30 Jahren, sind die Arbeiten abgeschlossen“, schildert Ulric­h Goess-Enzenberg vom Schloss Tratzberg.

Die Dachdecker bei der Arbeit am Schlossdach.
© Schloss Tratzberg

Rund 540.000 handgeklobene Lärchenschindeln lassen das Schlossdach mit seinem 500 Jahre alten Dachstuhl jetzt golden schimmern. „In der Silberregion ein ,goldenes Dachl‘ – das muss man sich erst trauen“, meint Goess-Enzenberg lachend. In mehreren Abschnitten wurde in Abstimmung mit dem Denkmalamt in den letzten Jahrzehnten immer wieder eine Teilfläche von einer Dachdeckerfirma aus Wiesing erneuert. Zuletzt waren die Südseite (ca. 600 m²) und zwei Innenhofseiten (800 m²) dran. Kein billiges Vergnügen: „Letztes Jahr wurden 180.000 Euro allein ins Dach investiert“, schildert der Schlossherr.

Jahreszahlen von 1963 und 1965 wurden auf einigen der alten Schindeln gefunden. Damit sich erst die übernächste Generation wieder mit dem Thema beschäftigen muss und das Dach 60 bis 70 Jahre hält, sei darauf geachtet worden, dass das Holz für die Schindeln im Winter im richtigen Mondzeichen geschlagen und erst nach einem Jahr verarbeitet wurde. Zudem sind die Schindeln dicker als zuvor. „Jetzt haben wir um 20 Prozent mehr Holz auf der Hütt’n, aber es dauert länger, bis es verwittert“, schildert Goess-Enzenberg. (ad)


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