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Zwei Räder, viele Gefahren: Ruf nach Maßnahmen für Radverkehr

Seit Jahren nimmt die Zahl der Fahrradunfälle zu. Mit Prävention und strengen Kontrollen will die Polizei gegenwirken, das Kuratorium für Verkehrssicherheit regt einen Infrastrukturausbau an.

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Ein 68-Jähriger verunfallte im Vorjahr in Terfens mit seinem E-Mountainbike. Er stürzte rund 50 Meter über steiles Gelände ab und verletzte sich dabei tödlich. Sieben Radfahrer starben 2020 in Tirol.
© ZOOM.TIROL

Von Benedikt Mair

Innsbruck – Auf einer Forststraße unweit der Ganalm in Terfens verliert ein 68-Jähriger im September des Vorjahres die Kontrolle über sein E-Bike. Er fällt, stürzt 50 Meter tief über steiles und felsiges Gelände ab. Ein Notarzt kann nur noch seinen Tod feststellen. Der Österreicher ist einer von insgesamt sieben Menschen, die 2020 bei einem Fahrradunfall in Tirol sterben, Hunderte weitere werden verletzt.

Markus Widmann, Leiter der Landesverkehrsabteilung der Polizei, sagt, der Anteil der Radler am jährlichen Gesamtunfallgeschehen sei in jüngster Vergangenheit „stark gestiegen. Und kontinuierlich. Zum einen sind generell mehr Radfahrer unterwegs als früher. Verschärfend kam auch der E-Bike-Boom hinzu.“ Mit dem Elektrofahrrad seien Menschen unterwegs, die „oft schon in einem gesetzteren Alter sind. Und manchmal Jahre nicht mehr auf einem Rad gesessen sind.“ Die Geschwindigkeit sei höher, das Gewicht der Fahrzeuge werde oft unterschätzt, ebenso wie der längere Bremsweg, weiß Widmann. Das alles erhöhe die Gefahr für Stürze oder Kollisionen.


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