Gemeinderat Vils lehnt Bau neuer Tankstelle ab

Die Vilser Gemeinderäte lehnten eine weitere Tankstelle beim Knoten Vils ab. Die Abwesenheit des Stadtchefs gab Spekulationen munter Raum.

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Auf einem Teil der großen Asphaltfläche des Motor-Treffs in Vils, einem Übungsgelände der Reuttener Fahrschule Gratl, wäre die neue Tankstelle geplant gewesen. Der Gemeinderat sagte Nein zur Umwidmung.
© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Vils, Reutte – Im Städtchen Vils wird gerade schmunzelnd eine Erzählung verbreitet, was das Leben doch für Kuriositäten zu bieten habe. Gemeint ist die vergangene Gemeinderatssitzung und der Umstand, dass Bürgermeister Manfred Immler wegen eines „akuten Krankheitsgefühls“, wie es im Protokoll nachzulesen ist, „nicht weiter an der Sitzung teilnahm“. Er hatte sie sowieso gerade verlassen, weil er wegen der Entlastung zur Jahresrechnung vor dem Sitzungssaal warten musste. Kehrte aber nicht mehr zurück. Wenig später stand dann ein Punkt auf der Tagesordnung, bei dem der Stadtchef Gefahr lief, bei der Abstimmung „Alleinstellungsmerkmal“ zu bekommen. Alle anderen Gemeinderäte würden gegen ein Tankstellenneubauprojekt stimmen, das Immler gar nicht schlecht gefiel. Also habe er „die Kurve gekratzt“ – so das Narrativ. VBM Dagmar Melekusch übernahm fliegend den Vorsitz.

BM Immler, von der TT darauf angesprochen, scheut sich nicht, das Tankstellenprojekt, das von der Firma Motor-Treff der Fahrschule Gratl auf eigenem Grund umgesetzt werden hätte sollen, als interessant zu bezeichnen. „Die anderen fragen, was bringt es Vils? Ich denke hingegen, was schadet es der Gemeinde? Sicher nichts. Das ist der freie Markt, da können von mir aus auch 20 Tankstellen auftun.“ Immler räumt ein, dass er anfangs dem Projekt wegen ökologischer Aspekte geradezu euphorisch gegenübergestanden sei, hätte doch auch eine Wasserstoffzapfsäule kommen sollen. Sein Abstimmungsverhalten wäre noch offen gewesen. Er habe sich auf die Diskussion im Gemeinderat gefreut, sei dann aber eben leider kurzfristig unpässlich geworden. „Wasserstoff war im konkreten Ansuchen dann plötzlich gar nicht mehr enthalten. Ich kann die Mandatare gut verstehen, dass sie nicht einfach nur eine weitere Tankstelle beim Knoten Vils für sinnvoll erachteten“, sagt Immler.

Zudem gibt es in Pinswang keinen halben Kilometer entfernt eine weitere. Zwei bestehende Tankstellen seien mehr als genug, argumentierten die Mandatare. Der Gemeinderat lehnte die Umwidmung in Sonderfläche Tankstelle dann in Abwesenheit des Stadtchefs einstimmig ab. Angeblichen neuen Arbeitsplätzen und damit einem Plus an Kommunalsteuereinnahmen wurde kein Glauben geschenkt. Wenn, dann komme es eher zu einer Verlagerung, vermuteten die Gemeinderäte.

Mit Argusaugen hatte der Vilser Rudi Huter den Ausgang der Sitzung mitverfolgt. Ihm gehört die fast direkt neben dem Motor-Treff liegende Tankstelle Autohof Vils, die in besten Zeiten schwindelerregende Millionenumsätze erreichte. Er dürfte erleichtert nach Hause gegangen sein.


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