Schriftsteller Walter Kaufmann starb mit 97 Jahren

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Der deutsche Schriftsteller Walter Kaufmann ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 97 Jahren in Berlin. Der einstige Emigrant war nach der Flucht vor den Nazis in die DDR zurückgekehrt und gehörte dort lange zu den erfolgreichsten Schriftstellern. Aber auch nach der Wende veröffentliche er noch zahlreiche Arbeiten.

Kaufmann war am 19. Jänner 1924 als Sohn einer jungen polnischen Jüdin in Berlin zur Welt gekommen. Drei Jahre später adoptierte ihn ein wohlhabendes Ehepaar. Kaufmann war 15 Jahre alt, als er mit einem der letzten Kindertransporte Nazideutschland Richtung England verlassen konnte. Er wurde dort interniert und nach Australien gebracht, wo er fast zwei Jahre in einem Internierungslager verbringen musste.

Danach verdiente er in Australien unter anderem als Obstpflücker, Seemann, Gelegenheitsfotograf und Soldat seinen Lebensunterhalt. Seine ersten noch in Australien entstandenen Geschichten waren an die amerikanischen Kurzgeschichten angelehnt. Sein Romandebüt „Stimmen im Sturm“, eine Aufarbeitung der Kindheitserinnerungen, lag zuerst in englischer Sprache vor.

Als Kaufmann Mitte der 50er Jahre zurückkehrte, entschied er sich für die DDR in der Hoffnung auf ein „besseres Deutschland“. Er behielt seinen australischen Pass, durfte als Journalist und Schriftsteller ausreisen und verarbeitete diese Erfahrungen in zahlreichen Reportagen und Büchern. Von 1985 bis 1993 war Kaufmann Generalsekretär des ostdeutschen PEN-Zentrums.

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Rund 20 Bücher, Romane, Erzählungen oder Reisereportagen sind bis zum Mauerfall von ihm erschienen. Nach der Wende stand der im Osten viel gelesene Schriftsteller dann zunächst ohne Verlag da. In den vergangenen Jahren erschienen dann Werke wie „Im Fluß der Zeit“, „Meine Sehnsucht ist noch unterwegs“ oder „Gibt es dich noch, Enrico Spoon?“.

Und das Regieduo Karin Kaper und Dirk Szuszies stellt derzeit einen Kinodokumentarfilm über das Leben Kaufmanns fertig. „Walter Kaufmann - Welch ein Leben!“ soll voraussichtlich im Herbst in die Kinos kommen.


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