Trauermarsch für Prinz Philip auf Schloss Windsor

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Auf Schloss Windsor bei London hat der Trauermarsch für Prinz Philip begonnen. Der Sarg mit den sterblichen Überresten des Ehemanns von Queen Elizabeth II. wurde am Samstag von Soldaten aus der Residenz getragen. Neun enge Verwandte des Prinzgemahls folgten, darunter seine vier Kinder sowie seine Enkel Prinz William und Prinz Harry. William und Harry gingen in derselben Reihe, aber nicht direkt nebeneinander.

Zwischen ihnen war Peter Philips, der älteste Sohn der Queen-Tochter Prinzessin Anne, gruppiert. Mit dieser Anordnung, so spekulierten Medien, will die Königin sichtbare Spannungen zwischen den Brüdern vermeiden. Deren Beziehung hatte zuletzt stark unter dem Umzug von Harry und dessen Frau, Herzogin Meghan, in die USA sowie Rassismus-Vorwürfen des Paares gegen den Palast gelitten. Die schwangere Meghan ist auf Rat ihres Arztes in den USA geblieben, sie wird die Trauerfeier im TV verfolgen.

Nachdem der Sarg auf den Leichenwagen - einen von Philip selbst gestalteten Landrover - gehoben wurde, verließ die Königin das Gebäude. Sie bestieg ihre Staatslimousine und der Wagen schloss sich dem Trauermarsch zur St.-Georgs-Kapelle auf dem Schlossgelände an. Philip war am 9. April im Alter von 99 Jahren gestorben. Aufgrund der Corona-Vorschriften dürfen nur 30 Gäste an der Trauerfeier teilnehmen. Dabei handelt es sich um enge Verwandte des Herzogs von Edinburgh, wie Philip im Vereinigten Königreich nach seinem offiziellen Titel genannt wird.

Vor der Trauerfeier sperrte die Polizei das Gelände weiträumig ab. Zahlreiche Sicherheitskräfte waren im Städtchen Windsor westlich von London im Einsatz, Scharfschützen postierten sich auf Hausdächern. Sogar Müllkörbe und Briefkästen wurden auf mögliche Sprengkörper kontrolliert.

Trotz der Bitte an die Öffentlichkeit, die Beisetzung von Prinz Philip nur im Fernsehen zu verfolgen, haben sich Dutzende Schaulustige vor Schloss Windsor versammelt. Kurz vor der Beisetzung stiegen zudem zahlreiche Tauben in der Militärgedenkstätte National Memorial Arboretum in den Himmel. Der 37-jährige Ieuan Jones reiste aus dem walisischen Cardiff nach Windsor, um Philip die letzte Ehre zu erweisen. „Es ist wirklich eine Schande, dass wir wegen der Pandemie diesem außergewöhnlichen Mann keinen größeren Tribut zollen können“, sagte er. Philip sei „ein wahrer Held“.

Dominieren werden bei der Zeremonie Motive aus der Seefahrt, damit soll Philips Rolle in der Royal Navy gewürdigt werden. Noch zu seinen Lebzeiten hat sich der Prinz unter anderem „Eternal Father, Strong to Save“ gewünscht. Das Lied gilt als Hymne der Royal Navy, in der Philip während des Zweiten Weltkriegs diente und der er stets verbunden blieb. Wie im Vorhinein bekannt gegeben wurde, wird der Dekan von Windsor Philips „Freundlichkeit, Humor und Menschlichkeit“, würdigen.

Zu Ehren des Prinzgemahls veröffentlichte das Königshaus ein Gedicht von Simon Armitage, der 2019 zum sogenannten Poet Laureate des Vereinigten Königreichs ernannt worden war. Das Gedicht mit dem Namen „The Patriarchs - An Elegy“ ist eine Hommage an Philips Karriere in der Royal Navy und bezeichnet seine Generation als „Ehemänner zur Pflicht“ (husbands to duty) und „Urgroßväter von Geburt an“ (great-grandfathers from birth).

Zudem erinnerte der Palast mit mehreren teils privaten Fotos an den Ehemann der Queen. „Die Königin möchte dieses private Foto von sich und dem Herzog von Edinburgh teilen, das 2003 auf der Spitze der Coyles of Muick in Schottland aufgenommen wurde“, hieß es zu einem der Bilder. Aufgenommen wurde das Bild demnach von Schwiegertochter Herzogin Sophie, der Ehefrau von Prinz Edward. Auch andere Monarchen gedachten des toten Philips: So wehte am dänischen Königspalast in Kopenhagen die Flagge auf halbmast.

Der kleine Inselstaat Malta ehrte Philip am Tag seiner Beisetzung mit Blumen und Salutschüssen. Vor der Villa Guardamangia, wo Philip und seine Frau rund zwei Jahre lang gelebt hatten, legten Menschen Blumen nieder. Ein paar Kilometer entfernt, in der Hauptstadt Valletta, feuerte eine Grade neun Salutschüsse ab - je ein Schuss für jedes von neun Jahrzehnten im Leben des Prinzen.


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