Tschechien will Russland von AKW-Ausbau ausschließen

  • Artikel
  • Diskussion

Laut Havlicek wird die Regierung in einer Sitzung am Montag darüber entscheiden. „Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass Rosatom zur Bewertung des Sicherheitsrisikos von [Dukovany-Bietern] zugelassen wird“, sagte Havlicek.

Tschechien wirft dem russischen Geheimdienst GRU vor, in die Explosion eines Munitionslagers in Vrbetice, Südmähren, im Jahr 2014 verwickelt gewesen zu sein. Dabei wurden zwei Menschen getötet. Als Reaktion darauf weise man 18 russische Botschaftsmitarbeiter aus, die eindeutig als Mitarbeiter der Geheimdienste SWR und GRU identifiziert worden seien, hatte Innenminister Jan Hamacek am Samstag in Prag gesagt. Moskau wies die Vorwürfe zurück. Prag sei sich sehr bewusst, was auf „solche Art von Spielen“ folge, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, nach Angaben russischer Medien.

Tschechien informierte unterdessen NATO und EU über den Vorfall. Dieser soll auch Thema der EU-Außenminister bei ihren Online-Beratungen am Montag sein, hieß es am Sonntag in Prag. In Brüssel wurde dies laut Nachrichtenagentur Reuters bestätigt.

Tschechien will das umstrittene AKW, das nur etwa 50 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt liegt, erweitern. Die tschechische Atombehörde erteilte dem Bau von zwei neuen Reaktoren in Dukovany im März die Genehmigung. Geplant ist der Baubeginn 2029 und die Inbetriebnahme des neuen Reaktors im Jahr 2036. Bisher waren vier Bewerber um den Auftrag im Spiel: die französische EdF, die südkoreanische KNHP, die US-amerikanische Westinghouse und die russische Rosatom. Der chinesische Bewerber CGN soll vom Tschechischen Energiekonzern (CEZ) nicht angesprochen werden, hieß es.


Kommentieren


Schlagworte