Ann Cotten erhielt Gert-Jonke-Preis 2021 in Lyrik

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Der Gert-Jonke-Preis 2021 der Stadt Klagenfurt und des Landes Kärnten - in Kooperation mit der Jonke-Gesellschaft - geht an die gebürtige US-Amerikanerin Ann Cotten, wie der Landespressedienst mitteilte. Preisverleihung und Übergabe erfolgten am Sonntag wegen der Corona-Beschränkungen via Livestream. Der Preis wurde zum sechsten Mal verliehen, bisherige Preisträger waren Ewald Palmetshofer (2019) oder Friederike Roth, Händl Klaus oder Julian Schutting.

Ann Cotten gilt seit dem Erscheinen ihrer 2007 bei Suhrkamp erschienenen „Fremdwörterbuchsonette“ als „kühnste Stimme der jungen deutschsprachigen Lyrik“. Cotten wurde 1982 in Ames, Iowa geboren. Im Alter von fünf Jahren übersiedelte sie mit ihrer Familie aus den USA nach Wien, später studierte sie Germanistik. Ihre ersten Schritte in die Öffentlichkeit tat sie auf Poetry Slams, dann mit Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften. 2006 zog die mittlerweile vielfach preisgekrönte Schriftstellerin nach Berlin.

Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und der Kulturreferent der Stadt Klagenfurt, Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler (ebenfalls SPÖ), überreichten die Urkunde zu dem mit 15.000 Euro dotierten Preis. „Ich denke, dass dieser Preis zu einem guten Zeitpunkt an Sie verliehen wird. Gerade in einer Phase, wo Kunst und Kultur wenig Bühne haben dürfen, sind Auszeichnungen wie diese eine schöne, offensichtliche Wertschätzung“ betonte Kulturreferent Jürgen Pfeiler. LH Kaiser hob in seiner Gratulation an Cotten deren genreüberschreitende Sprachkunst hervor. Zugleich sei der Preis eine schöne, regelmäßige Erinnerung an seinen berühmten Namensgeber, den aus Klagenfurt stammenden Wortmagier Gert Jonke (1946 - 2009). Cotten dankte „herzlich und mit großer Demut“ für die Auszeichnung.

Für einen der Juroren, den Direktor des Österreichischen Literaturarchivs Bernhard Fetz, begeistere an der jungen Lyrikerin, dass sie in ihrer künstlerischen Arbeit durchwegs alte Gedichtformen wie das Sonett oder die Elegie wähle, diese aber aufbreche und mit moderner Popkultur verbinde. „Sie ist somit Übersetzerin zwischen den Sprachen, das zeichnet Ann Cotten aus“. Weitere Jurymitglieder waren Doris Moser vom Institut für Germanistik der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und Univ.-Prof. Stefan Neuhaus von der Universität Koblenz.

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Im Rahmen der Preisverleihung, die aufgrund der Corona-Schutzbestimmungen via Livestream aus dem Mozart Saal des Konzerthauses übertragen wurde, wurde auch der Namensgeber des heute vergebenen Literaturpreises künstlerisch gewürdigt: Der Komponist Dieter Kaufmann hat Gedichte Gert Jonkes (der heuer 75 Jahre alt geworden wäre, Anm.) vertont. Diese wurden vom Ensemble Hortus Musicus im Rahmen der Preisverleihung uraufgeführt. Kaufmann hat auch eine Fanfare zur Preisverleihung komponiert, gespielt wurde sie von dem aus Kärnten stammenden Jazztrompeter Daniel Nösig.

Der vom Land Kärnten und der Stadt Klagenfurt gestiftete und mit 15.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre abwechselnd in den literarischen Kategorien Prosa, Dramatik und Lyrik vergeben. Die Zusammensetzung der Jury wechselt entsprechend der jeweiligen Sparte.


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