Laschet führt weitere Gespräche zum Machtkampf in der Union

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Im ungelösten Machtkampf in der Union berät CDU-Chef Armin Laschet Montagfrüh in Berlin über das weitere Vorgehen bei der Kanzlerkandidatensuche. Nach Angaben eines Fotografen der Deutschen Presse-Agentur standen Laschets Limousinen zunächst vor der hessischen Landesvertretung, welche er dann aber bereits um 09.20 Uhr kommentarlos in Richtung Konrad-Adenauer-Haus verließ. Auch in der CSU soll es am Nachmittag Beratungen geben, wie die dpa aus Parteikreisen erfuhr.

Über die konkreten Gesprächspartner in der hessischen Landesvertretung und über die Inhalte der Gespräche wurde zunächst nichts bekannt. Kurz nach Laschet verließ auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak das Gebäude. Auf die Frage eines Reporters, wie es nun weitergehe, sagte dieser nur: „Es geht immer gut weiter.“ Es sei keine Einladung für eine außerordentlichen Präsidiumssitzung herausgegangen, verlautete aus der CDU.

Die Beratungen in der CDU sind für 13.00 Uhr anberaumt. Um 14.00 Uhr wollen CSU-Chef Markus Söder und Generalsekretär Markus Blume eine Pressekonferenz geben. Mit einer Entscheidung sei nicht zu rechnen, ein Rückzug aus dem Rennen stand für Söder aber nicht zur Debatte, hieß es aus dem Umfeld des bayerischen Ministerpräsidenten.

Einer neuen Umfrage zufolge würde der Union unter Laschet bei der Bundestagswahl im Herbst jedenfalls Verluste drohen. Laut RTL/ntv-Trendbarometer würden in dem Fall von den 27 Prozent, die derzeit CDU oder CSU wählen würden, nur 65 Prozent an ihrer Entscheidung festhalten. 35 Prozent würden demnach eine andere Partei oder gar nicht wählen. Bei einer Direktwahl des Kanzlers würden sich 40 Prozent für CSU-Chef Söder aussprechen und 19 Prozent für den CDU-Vorsitzenden Laschet, hieß es.

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In der Nacht auf Montag hatten Laschet und Söder sich rund dreieinhalb Stunden in einem Gebäude des Bundestags beraten, konnten sich aber am Ende nicht auf eine Entscheidung einigen. Söder ist nach dpa-Informationen inzwischen bereits wieder auf dem Weg zurück nach Bayern.

Seit mehr als einer Woche streiten sich Söder und Laschet über die Frage, wer von ihnen als Kanzlerkandidat für die Union zur Bundestagswahl am 26. September antritt. Eigentlich hatten sie bis zum Sonntag eine Lösung in der Machtfrage präsentieren wollen.


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