Laschet beruft Sondersitzung des CDU-Vorstands ein

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Vor dem Hintergrund des ungeklärten Kandidatenstreits in der deutschen Union hat CDU-Chef Armin Laschet für Montagabend (18.00 Uhr) eine Sondersitzung des CDU-Bundesvorstands einberufen. Zu der Sitzung habe er auch CSU-Chef Markus Söder eingeladen, sagte Laschet am Montag in Berlin. Er wolle dabei einen Vorschlag unterbreiten, wie die Unionsparteien „sehr schnell in dieser Woche zu den erforderlichen Entscheidungen kommen“.

Sowohl Laschet als auch Söder wollen Kanzlerkandidat der Unionsparteien werden, bisher hat es zwischen den beiden Politikern keine Einigung darüber gegeben. Die CSU beriet unterdessen intern über das weitere Vorgehen. Bereits in der Früh gab es CDU-Beratungen in der hessischen Landesvertretung in Berlin.

Die Beratungen in der CSU waren für 13.00 Uhr anberaumt. Um 14.00 Uhr wollen CSU-Chef Söder und Generalsekretär Markus Blume eine Pressekonferenz geben. Mit einer Entscheidung sei nicht zu rechnen, ein Rückzug aus dem Rennen stand für Söder aber nicht zur Debatte, hieß es aus dem Umfeld des bayerischen Ministerpräsidenten.

Einer neuen Umfrage zufolge würde der Union unter dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet bei der Bundestagswahl im Herbst jedenfalls Verluste drohen. Laut RTL/ntv-Trendbarometer würden in dem Fall von den 27 Prozent, die derzeit CDU oder CSU wählen würden, nur 65 Prozent an ihrer Entscheidung festhalten. 35 Prozent würden demnach eine andere Partei oder gar nicht wählen. Bei einer Direktwahl des Kanzlers würden sich 40 Prozent für CSU-Chef Söder aussprechen und 19 Prozent für den CDU-Vorsitzenden Laschet, hieß es.

In der Nacht auf Montag hatten Laschet und Söder sich rund dreieinhalb Stunden in einem Gebäude des Bundestags beraten, konnten sich aber am Ende nicht auf eine Entscheidung einigen. Söder ist nach dpa-Informationen inzwischen bereits wieder auf dem Weg zurück nach Bayern.

Seit mehr als einer Woche streiten sich Söder und Laschet über die Frage, wer von ihnen als Kanzlerkandidat für die Union zur Bundestagswahl am 26. September antritt. Eigentlich hatten sie bis zum Sonntag eine Lösung in der Machtfrage präsentieren wollen.


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