Eva Geber und Richard Schuberth erhalten Kramer-Preis 2021

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Den diesjährigen Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil teilen sich Eva Geber und Richard Schuberth. Das Preisgeld wird angesichts des 125. Geburtstags Kramers am 1. Jänner 2022 auf 10.000 Euro erhöht, teilte die Theodor Kramer Gesellschaft am Dienstag mit. Die Verleihung soll am 10. September in Niederhollabrunn, dem Geburtsort des Lyrikers, stattfinden.

Die Grafikerin, Schriftstellerin und Kulturpublizistin Geber sei laut Jurybegründung „nicht nur als Verfechterin der Rechte der Frauen aufgetreten, sondern hat sich als Autorin für die Bewahrung und Erneuerung progressiver Traditionen der österreichischen Geistes- und Sozialgeschichte eingesetzt“. Dabei habe es die heute 79-Jährige stets verstanden, „ihre Selbstständigkeit und Souveränität zu wahren und großes Wissen auf vielen Gebieten mit Entschiedenheit des Urteils zu verbinden“. Die Wienerin Geber war über 35 Jahre lang Redakteurin bei „AUF - Eine Frauenzeitschrift“ und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Sie erhielt u.a. den Wiener Frauenpreis (2009) und das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien (2018).

Schuberth wiederum habe für die Jury gezeigt, dass „schärfste Polemik gegen Unrecht und Unterdrückung sehr wohl zu vereinen ist mit stilistischer Raffinesse und Präzision des Ausdrucks“. Der 53-jährige Schriftsteller und Satiriker, der das Musikfestival Balkan Fever begründete und es bis 2012 als künstlerischer Leiter führte, habe „mit großer Zuverlässigkeit gerade jenen Rassismus in der heutigen EU-Welt anzuprangern verstanden, der gar keines persönlichen Ressentiments bedarf, sondern in einer Struktur besteht, die die einen dem Heer der Reinigungskräfte zuordnet, die anderen im Mittelmeer ertrinken lässt“. Als Drehbuchautor konnte er dreimal bei der Diagonale den Hauptpreis des Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerbs gewinnen, 2019 erhielt er den Herbert-Tumpel-Preis der AK Wien.

Seit 2001 vergibt die 1984 gegründete Theodor Kramer Gesellschaft einen Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil. Dabei steht nicht nur die literarische Qualität im Fokus, sondern werde „auch die Haltung und das Schicksal der Preisträgerin oder des Preisträgers gewürdigt“. Zu den bisher Ausgezeichneten gehören u.a. Milo Dor, Eva Kollisch, Renate Welsh-Rabady, Martin Pollack und Erich Hackl.

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