Söder will sich zu Mittag zu CDU-Votum für Laschet äußern

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Nach dem CDU-Vorstandsvotum für Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten für die deutsche Bundestagswahl will sich CSU-Chef Markus Söder zu Mittag in München dazu äußern. Um 12.00 Uhr will er nach CSU-Angaben ein Statement abgeben. In einer Sondersitzung des CDU-Vorstands hatten in der Nacht auf Dienstag 31 von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern für den eigenen Parteivorsitzenden Laschet als Kanzlerkandidaten plädiert. 9 stimmten für Söder, 6 enthielten sich.

Damit ist der nervenaufreibende Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union für die Wahl am 26. September voraussichtlich entschieden, weil die CSU diese Frage zuvor in die Hand der CDU gelegt hatte. Dies entscheide die CDU jetzt „souverän“, hatte Söder am Montag in München erklärt. „Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung.“ Offen war aber auch noch, ob und wie die CDU-Basis reagieren würde.

Politiker der CDU sehen nach dem Votum Laschet als Kanzlerkandidaten nun hinreichend legitimiert. „Das ist nun wirklich ein klares Ergebnis, das, denke ich, auch von allen akzeptiert wird“, sagte etwa der frühere Generalsekretär Ruprecht Polenz am Dienstag dem Bayerischen Rundfunk. „Die unterlegene Minderheit muss sich der Mehrheitsentscheidung anschließen“, forderte er weiter.

Der CDU-Haushaltsexperte Eckhardt Rehberg sagte in der Früh dem Sender NDR Info jetzt müsse Söder zu seinem Wort stehen, Laschet zu unterstützen und ohne Groll gemeinsam Wahlkampf zu machen. „Wenn er das nicht täte, wäre das der zweite Wortbruch.“ Am Montag vergangener Woche hatte es im CDU-Vorstand schon einmal ein Meinungsbild zugunsten von Laschet gegeben, das Söder jedoch nicht akzeptiert hatte.

„Wenn das noch weiter geht zwischen CDU und CSU, zwischen Laschet und Söder, dann beschädigt das die Union noch stärker als bisher schon, dann können wir den Wahlkampf einstellen“, warnte Rehberg weiter. Zudem erinnerte er daran, dass Laschet erst vor einem Vierteljahr zum Parteivorsitzenden der CDU gewählt worden sei. Da müsse „jedem klar gewesen sein, wer Vorsitzender ist, der hat auch den Zugriff auf die Kanzlerkandidatur.“

Bei der Bundestagswahl wird Kanzlerin Angela Merkel nach vier Amtszeiten nicht mehr antreten. Deshalb braucht die CDU/CSU nun einen neuen gemeinsamen Spitzenkandidaten. Die CSU ist die nur in Bayern antretende Schwesterpartei von Merkels CDU.


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