Wiener Impfstoffhersteller hofft auf Einzelverträge statt EU

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Nachdem das österreichisch-französische Unternehmen Valneva mit der EU noch keinen Vertragsabschluss über die Lieferung seines geplanten Corona-Impfstoffs erzielt hat, sollen nun Verhandlungen mit Einzelstaaten geführt werden. Die zentralisierten Gespräche mit der Europäischen Kommission erhalten demnach nun weniger Priorität, teilte Valneva Austria am Mittwoch mit. Die britische Regierung hat bereits 100 Millionen Dosen bestellt, mit Option auf fast doppelt so viele weitere.

Mitte Jänner hatte Valneva bekanntgegeben, sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit der Europäischen Kommission zu befinden, die im dritten Quartal 2020 begonnen hätten. Anfang April folgten Berichte des Konzerns über erste positive Ergebnisse aus der klinischen Phase-I/II-Studie. „Wir haben viel Zeit und Aufwand investiert, um den Anforderungen des zentralen EU-Beschaffungsprozesses gerecht zu werden. Trotz unserer jüngsten klinischen Daten haben wir keine bedeutenden Fortschritte gemacht und bis jetzt noch keine Liefervereinbarung abgeschlossen“, betonte Thomas Lingelbach, Chief Executive Officer von Valneva, nun in einer Aussendung.

„Wir konzentrieren unsere Bemühungen deshalb nun auf diejenigen EU-Mitgliedsstaaten, sowie Interessenten außerhalb der EU, die unseren inaktivierten Ansatz in ihre Impfstrategie aufnehmen möchten“, erläuterte Lingelbach. Bei inaktivierten Impfstoffen wird der Körper mit unschädlich gemachten Viren konfrontiert. Dadurch setzt sich das körpereigene Abwehrsystem mit dem Erreger auseinander und entwickelt die schützende Immunantwort. Dieser Ansatz ist seit langem erprobt. Das Projekt von Valneva ist europaweit bisher das einzige, das diesen Weg gewählt hat.

Valneva begann Ende Jänner an seinem Sitz in Schottland mit der Produktion des Wirkstoffes VLA2001. Nach der erhofften Zulassung in Großbritannien sollen bis zum Ende des erstens Quartals 2022 bis zu 60 Millionen Impfstoffdosen ausgeliefert werden. Mit der EU wurden bisher nur Vorverträge abgeschlossen, aber keine festen Bestellungen. Der angestrebte Vertrag sah zuletzt laut Medienberichten eine Bestellung von bis zu 60 Millionen Dosen vor. Nach Österreich sollten im Rahmen des EU-Beschaffungsprogrammes 1,2 Millionen Dosen von Valneva kommen.

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