ÖFB-Star Alaba und Co. vor dem nächsten Bayern-Meistertitel

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Gratulationen zur 31. deutschen Meisterschaft des FC Bayern und zum siebenten Titel seiner Amtszeit nimmt Erfolgscoach Hansi Flick auf seiner Abschiedstour noch keine an. „Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass wir einen riesigen Schritt in die richtige Richtung machen können. Das haben wir gemacht“, sagte der zufriedene Noch-Trainer der Münchner nach dem 2:0 gegen Bayer Leverkusen. „Wir wollen möglichst in Mainz auch gewinnen, dann können Sie gerne gratulieren.“

Nach einem Sieg am Samstag beim FSV Mainz 05, wenn Robert Lewandowski seine Jagd auf den legendären 40-Tore-Rekord von Gerd Müller wieder aufnehmen will, würde der Triplesieger mit ÖFB-Star David Alaba im neunten Jahr en suite den Meistertitel feiern. Zum zweiten Mal unter Flicks Kommando, zum 30. Mal in Bundesliga-Zeiten, was den fünften Stern auf den Trikots bedeuten würde.

„Die Meisterschaft ist unser Ziel und wir sind ganz nah dran. Auch wenn die Saison nicht perfekt gelaufen ist, können wir uns den Titel schnappen und das ist das Ziel“, versicherte Joshua Kimmich, der nach der Führung durch Eric Maxim Choupo-Moting (7.) selbst schon früh den Treffer zum Endstand (13.) erzielt hatte und neben Alaba bester Münchner beim 50. Liga-Sieg gegen Bayer Leverkusen war. Das 1:2 von RB Leipzig in Köln machte die Freude der Bayern dann nach dem Heimerfolg noch etwas größer.

Leipzig-Coach Julian Nagelsmann hatte den Titel aber eigentlich schon nach dem 0:0 am Freitag gegen Hoffenheim abgeschrieben. „Ich ärgere mich mehr darüber, dass wir nicht gewonnen haben, als darüber, dass wir nicht Meister werden. Die Wahrscheinlichkeit war schon vor dem Spieltag nicht mehr sehr groß“, gestand der 33-Jährige.

Am Charakter seines Teams zweifelte Nagelsmann nicht. „Es ist total simpel, das zu analysieren. Das ist kein Charakter-Ding“, beteuerte er, dass die kleine Krise allein an der Chancen-Verwertung liege. „Das Problem war nicht Köln, sondern wir selbst. 41:10 Torschüsse und 1:2 Tore gegen Hoffenheim und Köln zeigen, wo das Grundproblem liegt. Wir spielen nicht schlecht, schnüren den Gegner gut ein, aber schießen viel zu wenig Tore.“

Bald sieben Titel zieren dagegen die nun doch überraschend kurze Amtszeit von Flick. „Wir haben zehn Punkte Vorsprung. Also können und wollen wir am Samstag den Sack zumachen“, betonte Flick, der sich nicht zum angeblich fixen Wechsel von David Alaba zu Spaniens Rekordmeister Real Madrid äußern wollte. „Er hat mir das noch nicht gesagt, daher möchte ich dazu noch nichts sagen.“

Daneben war natürlich auch das bevorstehende Comeback von Weltfußballer Lewandowski ein Thema. Der Pole übt sich nach seiner Zwangspause und bisher 35 Toren in Zurückhaltung. „Es gibt vier Spiele, um den Rekord zu brechen. Das bedeutet, ich muss noch mindestens sechs Tore schießen“, erklärte der Torjäger nüchtern. Nach seiner Pause gebe es auch „Fragezeichen“, wie es ohne Rhythmus für ihn laufe.

Der 32-Jährige sehnt sich manchmal auch nach Anonymität. „Einfach spazieren gehen mit der Familie - ohne dieses Gefühl, ständig beobachtet zu werden“, sagte der Stürmerstar der „GQ“ (April-Ausgabe) im Interview. „Bitte nicht falsch verstehen, die meisten Menschen sind sehr nett zu mir. Wenn mir jemand zu einem guten Spiel gratuliert, freue ich mich darüber natürlich. Ich weiß auch, was das den Leuten bedeutet. Ich wünsche mir aber manchmal, ein No-Name zu sein - und zum Beispiel anonym spazieren zu gehen.“


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