Staatspreis für Europäische Literatur an Krasznahorkai

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Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur geht heuer an den ungarischen Schriftsteller László Krasznahorkai. Dies gab Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) am Donnerstag bekannt. Neben der mit 25.000 Euro dotierten Ehrung wurden auch weitere Auszeichnungen verkündet. So geht der Outstanding Artist Award für Literatur an Lisa Spalt, der Kunstpreis für Literatur an Barbara Hundegger. Und den Staatspreis für Literaturkritik erhält Stefan Gmünder.

„Einzigartig im Stil, berückend in der Kraft der Bilder, hemmungslos im Finden realer und surrealer Szenen, mit kühler Ironie und scharfem Witz, sind die Romane und Erzählungen von László Krasznahorkai wohl durchdacht, vollendet geschrieben und klar komponiert“, würdigte die Jury in ihrer Begründung die Ehrung des Romanciers: „Krasznahorkai ist ein wahrhaft europäischer und ein philosophischer Autor.“

Krasznahorkai wurde am 5. Jänner 1954 in Gyula (Ungarn) geboren und lebt heute in Berlin und in der Nähe von Budapest. Zu seinen auf Deutsch übersetzten Werken zählen „Satanstango“, „Melancholie des Widerstands“, „Der Gefangene von Urga“ sowie „Im Norden ein Berg, im Süden ein See, im Westen Wege, im Osten ein Fluss“ oder Baron Wenckheims Rückkehr“. Im Jahr 2015 wurde der Autor mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet. Er sei „ein visionärer Schriftsteller von außergewöhnlicher Intensität und Stimmumfang“, sagte die Juryvorsitzende Marina Warner damals bei der Preiszeremonie.

Der Österreichische Staatspreis für europäische Literatur wird jährlich für das literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin oder eines europäischen Autors verliehen, das international besondere Beachtung gefunden hat. Das Werk muss auch in deutschsprachiger Übersetzung vorliegen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der spätere Literaturnobelpreisträger Patrick Modiano (2012), Mircea Cartarescu (2015), Karl Ove Knausgard (2017), Zadie Smith (2018) oder Michel Houellebecq (2019). Im Vorjahr wurde Drago Jancar ausgezeichnet.

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Der Österreichische Kunstpreis für Literatur indes geht heuer an die Tirolerin Barbara Hundegger. „Herrschaftsverhältnisse stehen genauso im Mittelpunkt ihres literarischen Spiels wie die Phrasenhaftigkeit der Sprache des Alltags. Aber das Spiel mit und um Sprache ist keinem Selbstzweck geschuldet, sondern stellt ein probates Mittel der Analyse und Erkenntnis dar“, würdigte die Jury hier die Geehrte, die sich über 15.000 Euro Preisgeld freuen kann. Dabei ehrt der Kunstpreis für Literatur das literarische Gesamtwerk einer österreichischen Autorin oder eines Autors.

Der Outstanding Artist Award hingegen wird alljährlich an eine Autorin oder einen Autor der jüngeren oder mittleren Generation vergeben, wenn diese bereits wichtige Veröffentlichungen vorweisen können. Heuer kann sich Lisa Spalt über die mit 10.000 Euro dotierte Ehrung freuen. „Wie Mikroskope richten Lisa Spalts literarische Werke den Blick auf das Funktionieren von Regeln und Narrationen - und immer wieder und vor allem auf die Sprache“, begründete hier die Jury ihre Wahl.

Und schließlich wurde heuer auch wieder der biennal vergebene Österreichische Staatspreis für Literaturkritik zuerkannt, und zwar an Stefan Gmünder. Der in Wien lebende Schweizer ist Literaturredakteur des „Standard“ und war auch bereits Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises. Die Ehrung hier ist mit 10.000 Euro dotiert.

„In unserer durch Medien geprägten Welt sind wir bestens informiert und Wissen ist scheinbar mühelos immer und überall auf Knopfdruck abrufbar. Aber wenn wir die Welt kennenlernen wollen, müssen wir uns entweder selber aufmachen oder zur Literatur greifen“, zollte Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer allen Geehrten ihren Respekt.


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