Auch Deutschland kauft Sputnik-Impfstoff nach EMA-Zulassung

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Deutschland will nach Angaben des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer 30 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V erwerben. Voraussetzung sei aber die Zulassung durch die EMA, sagte er am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko in Moskau. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte bereits am Montag mitgeteilt unter derselben Voraussetzung, dass Österreich eine Million Sputnik-Dosen ankaufen wolle.

Deutschland würde mit 30 Millionen im Verhältnis deutlich mehr als Österreich kaufen. Kretschmer sagte, es wäre ein großer Erfolg, wenn die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) noch im Mai gelänge. Dann könnte Deutschland im Juni, Juli und August jeweils 10 Millionen Dosen dieses Impfstoffes kaufen. Der CDU-Politiker geht davon aus, dass der russische Impfstoff in Sachsen eine große Zustimmung genießen wird. Er selbst will sich in der kommenden Woche mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen lassen. Er wolle ganz bewusst zeigen, dass dieser Impfstoff sicher ist, sagte er.

In Deutschland sind laut Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) 21,6 Prozent der Bevölkerung mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Zum Vergleich in Österreich haben bisher 24,85 Prozent der impfbaren Bevölkerung eine erste Impfdosis erhalten. Von den insgesamt etwa 23,7 Millionen in Deutschland verabreichten Impfungen waren knapp 17,9 Millionen Erstimpfungen und weitere gut 5,7 Millionen Zweitimpfungen. Die Quote der vollständig Geimpften stieg leicht auf 6,9 Prozent.

Indes stieg die Impfbereitschaft der Deutschen in den vergangenen Monaten laut einer aktuellen Befragung, deren Ergebnisse dem „Spiegel“ vorliegen. Während im November noch 57 Prozent der Deutschen bereit waren, sich gegen Sars-CoV-2 impfen zu lassen, sind es nun 67 Prozent. Vor allem jüngere Menschen sind gegenüber einer Impfung gegen das Coronavirus aufgeschlossener.

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29 Prozent der befragten Deutschen gaben zudem an, dass sie eine Impfung mit AstraZeneca ablehnen würden. Die Ablehnung gegenüber dem britisch-schwedischen Impfstoff sei sogar viel höher ausgefallen als gegenüber dem russischen Impfstoff Sputnik V oder dem chinesischen Impfstoff Sinopharm, so Schreyögg.


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